Das Bahnprojekt macht nicht nur Freude

Hasle

Dass die BLS beim Bahnhof Hasle-Rüegsau für gut 17 Millionen Franken einen Regionalstützpunkt realisieren will, wirft auch Fragen auf. Kommt es wegen der 90 Beschäftigten zu Mehrverkehr?

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«Es geht darum, dass im Emmental auch Arbeitsplätze gesichert werden», sagte Walter Scheidegger. Damit leitete der Gemeindepräsident von Hasle am Donnerstagabend eine Informationsveranstaltung zum Vorhaben der BLS ein. Diese will beim Bahnhof Hasle-Rüegsau einen neuen regionalen Stützpunkt für die Division Bau und Unterhalt erstellen. Das neue Gebäude will die BLS für knapp 17,5 Millionen Franken auf dem ehemaligen Tenta-Areal gegenüber des Migros-Aussenparkplatzes realisieren.

«Die alte, in die Jahre gekommene Lagerhalle in der Emmenau ist bereits zum Grossteil zurückgebaut», erläuterte Ueli Rüegsegger, Leiter Hochbau bei der BLS, den rund 30 Anwesenden. Das Bahnunternehmen hat die Liegenschaft von der Brand Anlagebau AG in Lützelflüh erworben, welche die Halle zuvor als Lager genutzt hatte. Die Pläne sind ambitiös.

Mit dem Standort in Hasle will die BLS bis Ende 2017 die drei Baudienststützpunkte in Oberburg, Kirchberg und Ramsei an einem einzigen Standort zusammenführen. «Die Gebäude an den drei Standorten sind in die Jahre gekommen, und sie sind sanierungsbedürftig, der Neubau in Hasle wird die drei Standorte ersetzen», führte Peter Herren, BLS-Leiter Bau und Unterhalt für die Region Emmental, aus. Mit der Konzentration der Standorte werden auch rund 90 Arbeitsplätze nach Hasle verlegt.

Lager und Büros

In der Emmenau geplant ist ein zweigeschossiger Neubau aus Beton und Stahl mit einer Holzfassade, der ein Materiallager für den Gleis- und Fahrleitungsbau, Arbeitsplätze, eine Werkstatt und im Untergeschoss Autoabstellplätze für die Mitarbeiter beinhalten wird. Vorgesehen sind weiter Büroräumlichkeiten, Garderoben und Aufenthaltsräume. Zudem werde die Möglichkeit geschaffen, von dort dereinst das Gebiet Emmental zu steuern. Weil das Grundstück in der Gefahrenkarte der Gemeinde im blauen Bereich liegt, müssen auch bestimmte Massnahmen für den Hochwasserschutz vorgekehrt werden.

Baustart Ende 2016 geplant

Nutzen wird den neuen Regionalstützpunkt der Bereich Bau und Unterhalt der BLS. Diese Abteilung ist damit betraut, die Anlagen zu unterhalten und zu erneuern, die Sicherheit auf den BLS-Baustellen zu garantieren und Störungen zu beheben. Wie Ueli Rüegsegger weiter ausführte, hat die BLS die Baupläne beim Bundesamt für Verkehr, als Baubewilligungsbehörde, eingereicht. «Wir rechnen mit der öffentlichen Auflage Anfang 2016», sagte er. Läuft alles rund, sollen die Bauarbeiten im November 2016 beginnen. Die Inbetriebnahme ist dann im Dezember 2017 vorgesehen.

In der kurz geführten Diskussion wurden vorab Bedenken bezüglich der ohnehin schon angespannten Verkehrssituation rund um den Bahnhof Hasle-Rüegsau geäussert. «Wegen der 90 neuen Arbeitsplätze wird es noch mehr Verkehr geben», befürchtete ein Votant. «Unsere Arbeitszeiten sind auf die Fahrpläne der Züge abgestimmt», relativierte Peter Herren. Zudem wäre ein Grossteil der künftig in Hasle beschäftigten Unterhaltsmitarbeiter nachts im Einsatz. «Wir werden also keine zusätzlichen Verkehrsstaus produzieren», versicherte Herren den wenigen Anwesenden. Zudem hätten Berechnungen gezeigt, dass die Schranken beim Bahnübergang durch den neuen Stützpunkt nicht öfters geschlossen würden.

Berner Zeitung

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