Brönnimann verliert im Machtpoker

Köniz

Nun steht fest, welcher Gemeinderat welche Direktion übernehmen wird. Der grosse Verlierer ist Thomas Brönnimann (GLP). Er verpasst sein Wunschdepartement und verliert auch sein bisheriges.

Der neue Könizer Gemeinderat (v.l.): Hans-Peter Kohler (FDP), Christian Burren (SVP), Gemeindepräsidentin Annemarie Berlinger (SP), Hansueli Pestalozzi (Grüne) und Thomas Brönnimann (glp).

(Bild: Raphael Moser)

Fragte man die neu gewählten Gemeinderäte nach den Wahlen nach ihrer Wunschdirektion, blieb eine Antwort meist aus. Man wolle sich in der Öffentlichkeit nicht dazu äussern, so der Grundtenor. Mit Ausnahme von Thomas Brönnimann: Der Grünliberale und einzige Bisherige hatte weder vor noch während der Wahlen verheimlicht, dass ihn die Direktion Planung und Verkehr am meisten reizen und er dafür sogar die beliebte Bildungsdirektion hergeben würde.

Am Dienstag hat der Gemeinderat nun intern ausgemacht, wer in der kommenden Legislatur welches Departement übernehmen wird. Die grosse Überraschung: Thomas Brönnimann behält weder seine bisherige, noch erhält er seine gewünschte Direktion. Stattdessen wird er künftig Vorsteher der kleinen Direktion Sicherheit und Liegenschaften, wo die politischen Einflussmöglichkeiten als gering gelten.

«Mein Ziel war ein anderes»

Entsprechend enttäuscht wirkte der 49-Jährige am Dienstagabend, als er sich auf Anfrage zur Zuteilung äusserte: «Mein Ziel war ein anderes, aber das ist jetzt nun mal so», sagte er. Als Politiker gehöre es dazu, dass man seine Vorhaben nicht immer erreiche. Er nehme die neue Aufgabe aber gerne an und freue sich auf die Herausforderung.

Kleines Trostpflaster: Brönnimann ist künftig Vizegemeindepräsident und Stellvertreter in der wichtigen Finanzdirektion von Gemeindepräsidentin Annemarie Berlinger (SP).

Das einflussreiche Departement Planung und Verkehr geschnappt hat sich stattdessen Christian Burren. «Tatsächlich war das mein Wunsch», sagte der SVPler. Raumplanung und Verkehr – da liege sein grundlegendes Interesse. Zufrieden zeigten sich derweil auch der Grüne Hansueli Pestalozzi und Hans-Peter Kohler von der FDP. Der Biologe Pestalozzi übernimmt die Umweltdirektion und der als Bildungspolitiker bekannte Kohler die Bildungsdirektion.

Wie fest die Neo-Gemeinde­räte letztlich um die Direktionen ringen mussten und ob bei der Vergabe sogar eine entscheidende Abstimmung nötig war, bleibt das Geheimnis des neuen Kollegiums. Die künftige Gemeindepräsidentin Annemarie Berlinger wollte gestern keinen Kommentar dazu abgeben. Sie meinte einzig: «Was herausgekommen ist, wird von allen getragen.»

Berner Zeitung

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