Der typische Brandis-Spieler

Brandis startet heute mit einem Heimspiel gegen Sion in die Endrunde um die Amateurmeisterschaft. Patrick Meyer war im Playoff-Final gegen Thun Topskorer seines Teams. Die NLB ist für ihn kein Thema mehr.

Mit dem B auf der Brust: Patrick Meyer vom EHC Brandis.

Mit dem B auf der Brust: Patrick Meyer vom EHC Brandis.

(Bild: Marcel Bieri)

Reto Pfister

Der EHC Brandis ist ein Sammelbecken, in dem sich gute Eishockeyspieler aus dem Emmental und dem Oberaargau tummeln. Sofern sie nicht den Sprung in den Profibereich geschafft haben. Patrick Meyer ist so ein Beispiel. Der 24-Jährige stammt aus Langenthal, spielte im Nachwuchs für den SCL und kam auch zu 105 Einsätzen für seinen Stammklub in der NLB.

Eine Hauptrolle hatte er allerdings nie inne; er erreichte nur 12 Skorerpunkte. In Basel wollte Meyer einen neuen Anlauf nehmen, doch ging der Klub im Sommer 2014 Konkurs. Der Oberaargauer wechselte erst zu Burgdorf, dann zu Brandis, eine Profikarriere hat er abgehakt. «Ich habe einen guten Job im kaufmännischen Bereich. Diesen will ich nicht aufgeben», sagt Meyer. Ambitioniert ist er geblieben und von daher ein typischer Brandis-Spieler.

Ehrgeiziger Präsident

Brandis ist unter der Ägide des ehemaligen Huttwil-Falcons-Präsidenten Heinz Krähenbühl zu einem Erstligaspitzenklub geworden. Krähenbühl ist ehrgeizig, erfolgsorientiert und verfügt auch über finanzielle Mittel. Unter seiner Ägide wurde das Team mit überdurchschnittlichen Amateurspielern bestückt. Am letzten Samstag holte Brandis den Titel, den der Verein so sehr angestrebt hatte. Mit dem dritten Sieg im Playoff-Final gegen Thun gewannen die Emmentaler den Meistertitel der Erstligaregion Zentralschweiz.

Nach der Auswärtspartie im Oberland folgte eine kurze Meisterfeier im heimischen Stadion in Hasle, danach lag der Fokus aber wieder auf dem Training. Brandis spielt gegen Sion und Frauenfeld um den Amateurmeistertitel. «Die Luft ist nicht draussen», sagt Meyer. «Jetzt wollen wir den grossen Kübel auch noch holen.» Die Ausgangslage scheint sich für Brandis durchaus verheissungsvoll zu präsentieren (siehe Kasten). «Es muss alles gespielt werden», sagt Meyer, der in den Finalspielen gegen Thun mit 5 Skorerpunkten aus 4 Spielen der beste Skorer war.

«Im Osten hatte ich auch eher mit Dübendorf gerechnet. Bei Frauenfeld herrscht jetzt wohl eine ziemlich grosse Euphorie. Unterschätzen darf man dieses Team sicher nicht.» Zu einem Trumpf könnte bei Brandis Torhüter Michael Kaufmann werden. Der 30-Jährige bestreitet seine letzten Spiele für die Emmentaler. Er macht aus beruflichen Gründen den Schritt in die Swiss Regio League nicht mit und wechselt zu Lyss, das in der Erstliga Classic verbleibt.

Langenthaler Vergangenheit

Meyer hingegen freut sich auf die neue Liga, in der 12 Erstligaspitzenmannschaften ab der neuen Saison versammelt sind. «Das wird spannend und wird eine schöne neue Herausforderung», sagt er. Mit seinem Bruder Marco, Thomas Liechti und Michael Reinhard, die alle in der Region Langenthal wohnhaft sind, bildet er oft eine Fahrgemeinschaft. Drei Viertel des Teams hätten irgendwann in einer Equipe des SC Langenthal gespielt.

«Am Dienstag sind einige in der Schorenhalle gewesen, um SCL - Rapperswil vor Ort zu verfolgen», sagt Meyer. Immer wird dies aber nicht der Fall sein. Denn auch Brandis spielt noch Eishockey, und der 24-Jährige will seinen Teil dazu beitragen, dass am 8. April in Hasle die grosse Meisterfeier steigen kann.

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