Thomas Zaugg hat aufgestellt – und abgeräumt

Schangnau

Der 31-jährige Eggiwiler Thomas Zaugg hat in Bumbach vor 4500 Zuschauern das Emmentalische Schwingfest gewonnen. Nach dem Erfolg im Schlussgang gegen Florian Gnägi sprach Zaugg vom emotionalsten Moment seiner Karriere.

Im Freudentaumel: Thomas Zaugg erlebt nach dem gewonnenen Schlussgang am «Emmentalischen» intensive Glücksmomente.

Im Freudentaumel: Thomas Zaugg erlebt nach dem gewonnenen Schlussgang am «Emmentalischen» intensive Glücksmomente.

(Bild: Hans Wüthrich)

Philipp Rindlisbacher

Schwingerkönig Kilian Wenger und Matthias Siegenthaler fehlten verletzt, Matthias Sempach und Matthias Glarner standen jenseits der Kantonsgrenzen im Einsatz. Und weil mit Christian Stucki (4.Rang) und Thomas Sempach (6.) zwei der meistgenannten Favoriten früh zurückgebunden wurden, standen am Emmentalischen Schwingfest in Bumbach für einmal andere «böse» Berner im Fokus. Den Schlussgang bestritten der Seeländer Florian Gnägi und der Eggiwiler Thomas Zaugg – Letzterer setzte sich im Duell zweier überaus offensiv agierenden Athleten in der sechsten Minute mit einem Kurzzug durch.

Wegweisendes Duell

Mit Zaugg triumphierte erstmals seit fünf Jahren wieder ein Einheimischer am «Emmentalischen». Weil der Schwingklub Siehen für die Austragung des Gauverbandsfests verantwortlich zeichnete, hatte Vereinsmitglied Zaugg vergangene Woche mitgeholfen, das Festgelände aufzubauen. «Während ich die Tribünen aufstellte, habe ich einige Male daran gedacht, wie es wohl sein würde, den Wettkampf als Sieger zu beenden», erklärte der gelernte Zimmermann. «Es ist der emotionalste Moment meiner Schwingerkarriere. Solch intensive Glücksmomente habe ich noch nie erlebt.»

Der 31-Jährige gewann gestern sein viertes Kranzfest; 71 Kränze, darunter die eidgenössischen Auszeichnungen 2004 und 2010, schmücken seinen Palmarès. Zaugg gilt in der Berner Equipe seit geraumer Zeit als sicherer Wert , im Rampenlicht befanden sich während seiner Karriere indes zumeist andere. «Es macht mir nichts aus, stets im Schatten der ganz grossen Berner zu stehen. Mir behagt die Aussenseiterrolle», meinte der Routinier.

Spätestens seit seinem Coup vor zwei Wochen am «Berner-Jurassischen» – Zaugg bodigte im zweiten Gang überraschend Christian Stucki – gilt der Emmentaler in der Szene jedoch als Anwärter für grosse Taten. «Der Sieg gegen Christian Stucki hat in mir zusätzliche Kräfte freigesetzt. Es war ein wegweisendes Duell, welches mein Selbstvertrauen massiv gestärkt hat.» Die Konkurrenten begegneten ihm seither mit mehr Respekt, sagte der Emmentaler.

Siegenthalers Entschluss

Unter den 4500 Zuschauern in Bumbach weilte auch Matthias Siegenthaler. Der 25-Jährige aus Fankhaus erklärte, er werde heuer keine Wettkämpfe mehr bestreiten. Die beschädigte Patellasehne am linken Knie verunmöglicht seit Monaten ein seriöses Training. «Ich darf nichts erzwingen und muss die Signale meines Körpers beachten. Wann ich wieder mittun kann, ist derzeit schwierig abzuschätzen», sagte der sechsfache Kranzfestsieger.

Derweil verdichten sich die Anzeichen, dass Kilian Wenger noch länger pausieren muss. Der Diemtigtaler möchte am «Oberaargauischen» in Rumisberg (11.Juni) sein erstes Kranzfest der Saison bestreiten, die Bewegungsfreiheit an seinem lädierten Daumen ist aber nach wie vor stark eingeschränkt. Wenger plant, nächste Woche im Schwingkeller einen wettkampfmässigen Test zu absolvieren.

Berner Zeitung

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