Die App ersetzt beim Parken das Bargeld

Burgdorf

«Sepp» sei Dank: Münzen einwerfen war gestern: Wer ein Smartphone dabei hat, bezahlt in Burgdorf Parkgebühren künftig per App.

Wer sein Auto in Burgdorf künftig auf einem gebührenpflichtigen Parkfeld abstellt, muss sich um das passende Münz keine Sorgen mehr machen. (Symbolbild)

Wer sein Auto in Burgdorf künftig auf einem gebührenpflichtigen Parkfeld abstellt, muss sich um das passende Münz keine Sorgen mehr machen. (Symbolbild)

(Bild: iStock)

Urs Egli

Ist man auf der Suche nach einem Parkplatz endlich fündig geworden, gibt es oft nur noch eine Sorge beziehungsweise eine Frage: Habe ich genug Münzen, um die Parkuhr für die gewünschte Dauer zu füttern? Diese Frage müssen sich Autofahrerinnen und -fahrer in Burgdorf nicht mehr stellen, falls sie ein Smartphone in der Tasche haben.

Dann muss sie oder er nur noch die kostenfreie Parking-App «Sepp» herunterladen (Apple oder Google-Play-Store), Telefonnummer eintippen, Bestätigungscode eingeben, Zahlungsmittel eingeben (Mastercard, Visa, Postfinance-Card, Twint), Nummernschild des Fahrzeugs erfassen – fertig.

Minutengenau abrechnen

Und so funktioniert es in der Praxis: Ist das Auto parkiert, wird die App gestartet und dann wieder gestoppt, wenn man vom Parkplatz wegfährt. Die Parkzeit wird danach minutengenau auf dem hinterlegten Zahlungsmittel gebührenfrei abgerechnet. Der Gang zum Automaten bleibt dem Parkplatznutzer damit ebenso erspart wie die Hinterlegung des Tickets im Auto.

Die App erkennt mittels GPS den gewählten Parkplatz und gibt dem Benutzer sofort den Tarif und die erlaubte Höchstparkzeit an. Eine Viertelstunde vor Ablauf der maximalen Parkzeit wird der Nutzer mittels Nachricht von seiner «Parkuhr in der Hosentasche» erinnert.

Die Stadt bezahlt mit

Für die Gebühr, die zum Beispiel Visa pro Parkvorgang erhebt, kommt die Stadt auf. Ebenso entrichtet sie den Betreibern der Sepp-App 15 Rappen für jede Parkierung. Urs Lüthi, Leiter der Einwohner- und Sicherheitsdirektion, geht von Kosten von jährlich lediglich einigen Hundert Franken für die Stadt aus.

Dies, weil für App-Nutzer weder Billettautomaten noch das Papier für die Tickets nötig sind. Die Mehrkosten werden dem nicht mit Steuergeldern gespeisten Parkplatzfonds (Spezialfinanzierung) entnommen.

Neuland beschreitet Burgdorf mit der bargeldlosen Bezahlungsart für die 1500 öffentlichen Parkplätze in der Stadt, inklusive Parkhaus Oberstadt, nicht. Im Dezember 2017 entschied sich Interlaken als erste Gemeinde für die Sepp-App. Mittlerweile würde dort etwa jeder sechste Parkierende die Gebühr via Smartphone bezahlen.

Praktisch die ganze Region Thunersee habe sich für die neue Parkuhr-App entschieden, sagte Thomas Schneuwly, Geschäftsführer der Sepp-Parking Mathom AG. Auch die Parkplätze der Jungfraubahnen und der Gstaad-Bergbahnen gehörten zu seinen Kunden, ebenso wie schweizweit mehr als 40 Gemeinden.

Berner Zeitung

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