Actiongeladener Thriller

Der in Biel aufgewachsene Autor Urs Aebersold hat seinen dritten Kriminalroman veröffentlicht. Mit «Der letzte Bus» hat er seine erste Trilogie abgeschlossen.

Autor Urs Aebersold.

Autor Urs Aebersold.

(Bild: zvg)

Mirjam Comtesse

Kurz bevor ein Kind mit seiner Mutter in den letzten Bus an diesem Tag steigt, muss es dringend auf die Toilette. Die Mutter ärgert sich, der Bub schlägt sich in die Büsche – und entdeckt einen Toten. Da ist man erst auf Seite 10 des kürzlich erschienenen Buchs «Der letzte Bus» von Urs Aebersold.

Genauso rasant geht der Thriller weiter: Hauptkommissarin Nina Brandner nimmt sich des Falls an. Doch bei der Ehefrau und dem Freund des Ermordeten erhält sie keine Antworten. Wenig später sind die beiden Befragten tot. Es beginnt ein Wettlauf gegen die Zeit – und gegen einen unbekannten Mörder.

Der Autor Urs Aebersold kommt eigentlich vom Film. 1974 lief sein Werk «Die Fabrikanten» in den Schweizer Kinos. Später verlegte er sich aufs Schreiben von Drehbüchern. Er hat unter anderem mehrere Drehbücher für die Krimiserie «Tatort» verfasst.

Doch weil er gerne seine eigenen Geschichten erzählen möchte, ohne abhängig von einem Geldgeber zu sein, wechselte er zum gedruckten Wort. So entstand 2016 sein erster Roman «Nuits blanches», der in Biel spielt. Dort ist Urs Abersold aufgewachsen. Mittlerweile wohnt er allerdings schon seit Jahren in München.

Der 74-Jährige betont, er schreibe seine Bücher «sicherlich auch in Hinsicht auf eine Verfilmung». Mit «Der letzte Bus» hat er nun seine erste Trilogie abgeschlossen. Die Heldin darin ist die Hauptkommissarin Nina Brandner. Die Thriller erinnern tatsächlich an ein Drehbuch: Der Autor zoomt beispielsweise wie ein Kameramann an die Personen heran, die gerade im Zentrum des Geschehens stehen.

Der Plot in «Der letzte Bus» ist klug aufgebaut. Zwar ahnt man schon relativ bald, wer der Täter ist, doch das Motiv bleibt unklar. So liest man gespannt weiter. Für die komplexe Geschichte bleibt wenig Zeit – Das Buch ist mit rund 140 Seiten schmal für einen Kriminalroman. Das hohe Erzähltempo geht auf Kosten der atmosphärischen Beschreibungen und der Komplexität – wie in einem Actionfilm eben.

Statt auf das Innenleben der Figuren setzt Urs Aebersold auf die Dramatik der Handlung. Als Drehbuch funktioniert das gut. So wurde der erste Teil der Trilogie mit dem Titel «Blut wird fliessen» beim weltweiten Drehbuchwettbewerb Write Movies zum «Best Book» gekürt.

Der zweite Teil, «Tödliche Erinnerung», erreichte immerhin den Halbfinal. Das ist angesichts von rund tausend Einsendungen pro Jahr aus aller Welt ein mehr als beachtlicher Erfolg. Wer actiongeladene Geschichten ohne allzu viel Tiefgang mag, dem werden Urs Abersolds Werke gefallen.

Urs Aebersold: «Blut wird fliessen». «Tödliche Erinnerung». «Der letzte Bus», Tredition, jeweils rund 140 Seiten.

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