Das Los erstickt den Spiezer Jubel

Der FC Spiez hat mit dem 4:2 in Saxon und dem Einzug in die Cup-Sechzehntelfinals Historisches erreicht. Aber der nächste Gegner trübt die Freude der Oberländer: Der FC Linth 04 aus der 1. Liga kommt.

Erschöpft aber glücklich: Die Spieler des FC Spiez nach dem 4:2-Sieg in Saxon.

Erschöpft aber glücklich: Die Spieler des FC Spiez nach dem 4:2-Sieg in Saxon.

(Bild: Peter Berger)

Peter Berger@PeterBerger67

«Als Fan wünsche ich mir YB», sagte Cyrill Baumann. Als Alternative nannte der Spiezer Mittelfeldakteur «Thun oder Basel». Stürmer Ivan Markovic erhoffte sich «einfach einen Berner Superligisten». Aber die Wünsche gingen nicht in Erfüllung. Nachdem schon Saxon keine Jubelstürme bei den Oberländern ausgelöst hatte, bekundeten sie am Sonntag erneut kein Losglück: Der FC Linth 04 wird im September im Cup-Sechzehntelfinal zu Gast sein. Die Glarner führen nach zwei Runden die Gruppe 3 aus der 1. Liga an und haben im Cup Schaffhausen eliminiert. «Schade, das ist nicht, was wir wollten», gesteht Peter Kobel. Doch der Trainer gibt sich kämpferisch: «Es besteht nur eine Liga Unterschied. Jetzt packen wir Linth halt auch noch und ziehen in die Achtelfinals ein. Mit etwas Glück ist im Cup bekanntlich alles möglich.»

Die erstmalige Qualifikation für die 2. Cuprunde bedeutet für Spiez «den grössten Erfolg der Vereinsgeschichte», wie Andreas Nussbaum festhält. Trotz dem Höhenflug ist für den Präsidenten klar: «Wir bleiben auf dem Boden.» Das bestätigt auch Reto Gerber: «Auch wenn es ein historischer Erfolg für den Verein ist, gibt es für die Spieler bei uns weiterhin keine Prämien.»

Auf Rückstand reagiert

Bis der Vorstoss in die Sechzehntelfinals feststand, mussten die Spiezer auch leiden. Nach der Pause lagen sie im Wallis gegen Saxon sogar 1:2 in Rückstand. «In dieser Phase mussten wir uns kurz sammeln», meint Baumann. «Doch wir hatten uns auf eine Cupschlacht eingestellt und blieben ruhig.» Auch Trainer Kobel sagt, dass er ob des Rückstandes nicht nervös geworden sei: «Ich muss nie Angst haben, dass meine Spieler den Kopf hängen lassen.» In der Tat wendeten die Oberländer die Partie. «Wir haben mit Herz und Willen gespielt, das war entscheidend.»

Markovic mit Debüt

Entscheidenden Anteil am Erfolg hatte Ivan Markovic. Der 22-jährige Spiezer war erst in den letzten Tagen von Naters verpflichtet worden und absolvierte sein erstes Spiel. Der Stürmer war einst zu vier Einsätzen in der Super League für den FC Thun gekommen. Kobel liess die Neuverpflichtung zuerst auf der rechten Seite im Mittelfeld agieren. Da bekundete Markovic noch ein paar Probleme. «Defensiv arbeiten war noch nie mein Ding», erzählt er schmunzelnd.

Nach der Pause durfte er dann im Sturm agieren und legte zuerst mustergültig für Baumann zur 3:2-Führung auf, bevor ihm mit einem Tor die Siegsicherung selber gelang. Entsprechend lobt Kobel den Debütanten: «Mit seiner Schnelligkeit und Klasse konnte er Szenen kreieren, die uns geholfen haben.» Auch Markovic zeigt sich mit seinem Einstand zufrieden: «Was gibt es Schöneres, als heimzukommen und im ersten Spiel gleich etwas Historisches zu erreichen.»

Die Heimkehr soll für den Stürmer indes nicht die Endstation bleiben, sein Traum vom Profi lebt weiter. «Nach der schwierigen Zeit in Naters möchte ich jetzt diese Saison die Freude am Fussballspielen zurückgewinnnen. Danach möchte ich es aber noch einmal versuchen.» Vielleicht empfiehlt er sich ja für höhere Aufgaben, indem er die Spiezer gegen Linth in den Achtelfinal schiesst.


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