«Adelbodner» gehört jetzt wieder Adelboden

Adelboden

Das Licht- und Wasserwerk Adelboden (LWA) hat die Mehrheit an der Adelbodner Mineralquelle übernommen. Das Unternehmen wird somit also wieder einheimisch. Der Verkaufspreis ist nicht bekannt.

Das Betriebs- und Abfüllgebäude der Mineralquelle Adelboden: Neu gehört die Firma dem Licht- und Wasserwerk.

Das Betriebs- und Abfüllgebäude der Mineralquelle Adelboden: Neu gehört die Firma dem Licht- und Wasserwerk.

(Bild: Hans Rudolf Schneider)

Über Zahlen wird nicht gesprochen. Fakt ist aber, dass das Licht- und Wasserwerk Adelboden neu die Mehrheit an der Mineralquelle Adelboden hält. Notar Christian Gempeler, seit 1995 Verwaltungsrat der Mineralquelle und aktuell LWA-Präsident, bestätigt dies.

Wie viel Prozent der Aktien das LWA hält und welche Geldbeträge geflossen sind, sagt er nicht. Aber: «Wir haben die klare Mehrheit.» Damit wird das 1949 gegründete Unternehmen wieder einheimisch. Angefangen haben die Diskussionen für einen Besitzerwechsel vor rund anderthalb Jahren. «Es gab absehbar Änderungen bei der Top Mountain Holding AG, der Besitzerin von 97 Prozent der Mineralquelle. Das in Basel beheimatete Unternehmen wollte die Wertpapiere eines seiner beiden Besitzer abstossen. Der verbleibende gelangte an uns, um eine Lösung zu finden», erklärt Gempeler.

Das Geschäft läuft

Zuerst nahm man das nicht ganz ernst, bis plötzlich Konzepte auf den Tisch gelegt wurden. «Wir haben beim LWA das Ganze geprüft und kamen zum Schluss, dass das Kerngeschäft nicht gefährdet ist, wenn es im schlimmsten Fall wirtschaftlich nicht klappen würde. Für den Ort, die Kunden, die Angestellten und die Marke ist das die beste Lösung, also steigen wir ein.» Zudem seien durch die Vorbesitzer etliche Investitionen gemacht worden, dem Unternehmen gehe es heute gut (siehe Kasten).

Gempeler hat einen Grossteil der Geschichte als Verwaltungsrat mitgemacht. Er ist zuversichtlich, dass sich das Unternehmen positiv weiterentwickelt. Im Gegensatz zu anderen Schweizer Mineralwasserherstellern wachse «Adelbodner» trotz zunehmendem Import von Mineralwasser.

Im Handelsregister wurde die neue Gesellschaft Mineralquelle Adelboden AG am 23. März eingetragen. Am 1.April wurde vermerkt, dass das Aktienkapital von 100'000 auf 2 Millionen Franken erhöht wurde. In dieser neuen Gesellschaft ist das LWA Mehrheitsaktionär, der Mitinhaber der Top Mountain Holding ist als «starker Minderheitsaktionär» weiterhin an Bord. Mit ihm seien Zusammenarbeitsverträge bis ins Jahr 2030 abgeschlossen worden, was für Ruhe und Sicherheit im Unternehmen sorgen dürfte.

Neuer Direktor

Kunden, Lieferanten und Angestellte sollten kaum etwas von diesem Wechsel merken, betont der designierte VR-Präsident. Was schon geändert hat, ist die Firmenführung im Tagesgeschäft: Erich Arter hat nach fast zwanzig Jahren die Geschäftsführung abgegeben, bleibt aber dem Unternehmen als Verwaltungsrat erhalten. Bereits Anfang dieses Jahres hat der Frutiger Patrick Marti den Direktorenposten übernommen.

Und noch etwas ändert: Obwohl der hohe Mineraliengehalt ein Markenzeichen des Oberländer Wassers ist, verschwindet der Begriff «Heilquelle» aus dem offiziellen Firmennamen. Der einfache Grund: Der Firmenname sei zu umständlich.

Berner Oberländer

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