Stadt legt den Verkehrsversuch auf Eis

Bern

Das Linksabbiegen auf dem Berner Guisanplatz in die Papiermühlestrasse wird nicht verboten.

Das Linksabbiegen bleibt vorerst erlaubt.

Das Linksabbiegen bleibt vorerst erlaubt.

(Bild: Raphael Moser)

Markus Ehinger@ehiBE

Autofahrerinnen und Autofahrer, die vom Breitenrainplatz her auf der Rodtmattstrasse in Richtung Wankdorf fahren, biegen beim Guisanplatz links ab. Via Wankdorfkreisel gelangen sie auf die Autobahn. Das wollte die Stadt Bern ändern. Sie plante vor einem Jahr, versuchsweise dieses Linksabbiegen zu verbieten – zugunsten eines breiteren Velostreifens.

Das neue Verkehrsregime hätte bereits im Herbst 2018 eingeführt werden sollenNun zeigt sich: Der Verkehrsversuch wird bis auf weiteres auf Eis gelegt. «Die Verkehrssimulationen zeigen ein kritisches Bild, weshalb ein Verkehrsversuch vorerst nicht durchgeführt wird», sagt der Stadtberner Verkehrsplaner Karl Vogel.

Mehr Verkehr wegen Verwaltungsgebäude

Die allfällige Aufhebung der Linksabbiegespur in der Rodtmattstrasse und damit die Durchführung des Verkehrsversuchs stehe in enger Abhängigkeit von der Erschliessung des neuen Bundesverwaltungszentrums, schreibt die Stadt in einer Mail an die Begleitgruppe. In dieser sind unter anderem Quartiervertreter dabei. Der Hintergrund: Ab Anfang Juni bis voraussichtlich Ende September ziehen die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gestaffelt ins neue Verwaltungszentrum am Guisanplatz 1 ein.

Ab Oktober herrscht Vollbetrieb mit insgesamt rund 2000 Angestellten der Bundesanwaltschaft, des Bundesamts für Polizei, der Armasuisse und des Bundesamts für Bevölkerungsschutz. Vorgesehen ist auch eine Einstellhalle für 325 Autos, die via Rodtmattstrasse erreicht wird. Dies dürfte am Guisanplatz Mehrverkehr zur Folge haben.

Verkehrsdienst statt Lichtsignalanlage

Ursprünglich war vorgesehen, bei der Einfahrt zur Einstellhalle eine Ampel zu bauen. Auch das ist vorläufig kein Thema mehr. Die hierzu bestehenden offenen Fragen hätten in Zusammenarbeit mit dem Tiefbauamt des Kantons Bern, dem Bundesamt für Strassen und dem Bundesamt für Bauten und Logistik, welches das Verwaltungsgebäude betreibt, noch nicht beantwortet werden können, heisst es im Schreiben der Stadt an die Begleitgruppe.

Die Stadt geht nun davon aus, dass bis Mitte 2019 das weitere Vorgehen bezüglich der Velohauptroute und der Erschliessung des Bundesverwaltungszentrums festgelegt werden könne.

Anstelle der Ampel ist nun ein Verkehrsdienst geplant. «Eine bis zwei Personen werden vor allem in den Hauptverkehrszeiten den Verkehr regeln», sagt Karl Vogel. Erst wenn im Verwaltungsgebäude Vollbetrieb herrscht, könne man abschätzen, ob es eine Lichtsignalanlage brauche. «Auch ob wir die gesamte Verkehrssituation anpassen müssen, können wir erst zu einem späteren Zeitpunkt sagen.» Klar ist: Autos sollen nicht durchs Quartier ausweichen. Und klar ist auch: Es bleibt vorläufig alles beim Alten.

Berner Zeitung

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