Geführt durchs Smartphone

Thun

Ab sofort kann die Thuner Innenstadt unter der Führung von einem Audioguide erkundet werden. Die App ist gratis und eine Alternative zu den herkömmlichen Stadtführungen.

Stadtrundgang einmal anders: Michael Roschi, Direktor Thunersee Tourismus (rechts), präsentierte zusammen mit Jon Keller (Mitte) und dem Stadtpräsidenten Raphael Lanz die neue App, dank welcher Thun mit Smartphone oder Tablet ganz individuell erkundet werden kann.

Stadtrundgang einmal anders: Michael Roschi, Direktor Thunersee Tourismus (rechts), präsentierte zusammen mit Jon Keller (Mitte) und dem Stadtpräsidenten Raphael Lanz die neue App, dank welcher Thun mit Smartphone oder Tablet ganz individuell erkundet werden kann.

(Bild: Therese Krähenbühl)

«Wer keine Gelegenheit hat, eine Stadtführung zu den vorgegebenen Zeiten zu machen, hat von nun an die Möglichkeit mithilfe eines Smartphones oder Tablet eine individuelle Entdeckungstour durch Thun zu unternehmen», erklärte Michael Roschi, Direktor Thunersee Tourismus, gestern bei der Präsentation des neuen Stadtführers. Es sei eine individuellere Art der Stadtführung, die sich eher an ein jüngeres Publikum richte. «Der Guide ist gratis und kann ganz einfach als App auf ein Smartphone oder Tablet heruntergeladen werden.»

Kein Ersatz für Menschen

Dass es die moderne Art der Stadtführung ist, bewies dann auch der Rundgang mit Stadtführer und ehemaligem Thuner Stadtarchivar Jon Keller, der die Erläuterungen aus den Tablets mit seinem persönlichen Wissen ergänzte. Während auf dem Tablet via GPS-Signal jeweils eine kurze Zusammenfassung, bestehend aus historischen Begebenheiten und Fakten zur modernen Stadt Thun, erläutert wurde, lieferte Jon Keller Zusatzinformationen.

Begeistert erzählte er, dass der Freienhof seinen Namen dadurch erhalten habe, dass dort früher Leute, die vor der Wut des Pöbels flüchten mussten, Zuflucht fanden und in Sicherheit, frei von Verfolgung, auf einen Richter warten konnten. Keller bewies damit sogleich, dass ein Audioguide nicht eine Stadtführerin oder einen Stadtführer ersetzen kann. «Das soll er auch nicht», betonte Michael Roschi. Aber besonders bei den jüngeren Generationen seien solche Apps sehr gefragt, und diesem Bedürfnis müsse man nachkommen. «Es dauerte knapp ein Jahr, bis das Projekt realisiert werden konnte. Stefan Kammermann schrieb die Texte dazu, Jon Keller überprüfte sie auf ihre historische Korrektheit, und Schauspieler sprachen sie dann für den Audioguide ein.»

Lanz als Sprecher

Doch nicht nur Schauspieler, sondern auch Jon Keller und der Stadtpräsident Raphael Lanz kommen auf dem Guide zu Wort. Lanz begleitete die Tour durch die Stadt dann auch persönlich und lauschte bei der Station vor dem Rathaus gebannt seinen eigenen Erläuterungen. «Die Aufnahmen waren eine spezielle Erfahrung. Im Studio erhielt ich sogar extra spezielles Trinkwasser, das besonders gut für die Stimmbänder sein soll», erinnerte sich Lanz und zeigte sich nicht nur vom «innovativen» Projekt begeistert, er verfolgte voller Spannung die ganze Tour durch die Stadt auf seinem Smartphone.

Das Projekt sei nicht nur fortschrittlich, sondern auch günstig, betonte Michael Roschi. «Die Kosten belaufen sich auf 15'000 Franken. Das ist für einen Audioguide durch eine ganze Stadt sehr wenig.» Ein Vorteil davon sei auch, dass die Technik von GPS-Tracks bereits bei ähnlichen Angeboten zum Einsatz komme und sich bisher sehr gut bewährt habe. «Das Ganze ist natürlich noch ausbaufähig. Vielleicht kann man in Zukunft auch Stadtführungen zu speziellen Themen herunterladen.»

Thuner Tagblatt

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