20-Punkte-Abzug für YB und andere Aprilscherze

Kontingente für Aargauer Grenzgänger und eine Fastfoodfiliale im Grossmünster: Medien und Organisationen haben zum 1. April ihrer Fantasie freien Lauf gelassen.

Die «Sonntagszeitung» schickte ihre Leser mit einer erfundenen Meldung über «illegale Halme» auf dem Kunstrasen im Stade de Suisse in den April. (Bild: Adrian Moser, 8.7.2014)

Die «Sonntagszeitung» schickte ihre Leser mit einer erfundenen Meldung über «illegale Halme» auf dem Kunstrasen im Stade de Suisse in den April. (Bild: Adrian Moser, 8.7.2014)

Schock für YB-Fans bei der Lektüre der «Sonntagszeitung»: Wegen Dutzender «illegaler Halme» auf dem Kunstrasen im Stade de Suisse habe die Fifa dem Leader der Meisterschaft 20 Punkte abgezogen. Die Gräser sollen nämlich zum Teil bis zu 4,5 Zentimeter lang sein, anstatt der vorgeschrieben eineinhalb Inches, also 3,81 Zentimeter.

Ausserdem seien die Ränder zu scharfkantig. Durch den Abzug sei YB nun auf den dritten Platz abgerutscht. Die einzige Möglichkeit, um das Fiasko noch zu verhindern, wäre ein Heimspiel auf einer legalen Unterlage. Deshalb hätten die Club-Verantwortlichen die Fans aufgerufen, am Sonntag um 12 Uhr ein Stück Rasen aus dem eigenen Garten zum Stadion zu bringen.

Die ganze Geschichte war aber nur ein 1. Aprilscherz und YB bleibt Tabellenführer.

Aargauer Zuwanderung begrenzen

Auch die Junge CVP des Kantons Zürich hat in die Scherzkiste gegriffen. Sie nahm sich dafür eines der drängendsten Probleme der Zürcherinnen und Zürcher an: nämlich der Aargauer Grenzgänger. Ihre Zahl sei in den letzten Jahren «dramatisch in die Höhe geschnellt», sie gefährdeten Arbeitsplätze, förderten Lohndumping und schadeten den Familien.

Die SBB spiele bei der «unkontrollierten Zuwanderung» die «tragische Rolle als Schlepperin», denn sie befördere die Grenzgänger im Viertelstundentakt mitten ins Stadtzentrum. Die JCVP Zürich fordert deshalb eine Kontingentierung der jährlichen Zuwanderung aus dem Kanton Aargau.

Ohne systematische Grenzkontrollen zwischen Spreitenbach und Dietikon und Rudolstetten und Dietikon sei das aber nicht möglich. Der Kanton Aargau, der seit Jahrzehnten von den Grenzgängern profitiere, solle sich an den Kosten beteiligen.

«Jammerpokal» in der Ostschweiz

Im Gegensatz zu Zürich beklage sich die Ostschweiz oft über zu wenig Aufmerksamkeit, schreibt die Staatskanzlei des Kantons St. Gallen: Der Kanton wolle deshalb am 1. Juni 2018 erstmals den «Pokal Vergiss mein nicht» verleihen.

Dieser sogenannte «Jammerpokal» soll an diejenige kantonale Institution gehen, die dem Kanton dank erfolgreichem Jammern auf nationaler Ebene Vorteile verschafft habe.

KFC im Zürcher Grossmünster

Für Zündstoff sorgt gemäss der «NZZ» auch die geplante Eröffnung einer Filiale des US-Fastfoodriesen KFC - ausgerechnet in einem ungenutzten Seitenflügel des Zürcher Grossmünsters. Die Kirchgemeindemitglieder sollen während des Ostergottesdienstes über die Pläne informiert werden, die Eröffnung sei für den Frühsommer geplant.

Die Meldung mit dem Grossmünster stimmt zwar nicht, einen KFC wird es aber früher oder später in Zürich schon geben. Die Fast-Food-Kette plant in der Schweiz fünfzig Filialen zu eröffnen, in Genf ist die erste davon bereits seit einigen Wochen in Betrieb. Wo es weitere Filialen geben soll, ist bisher weitgehend noch nicht bestimmt. 2018 wird ein KFC im Shoppyland Schönbühl BE eröffnen sowie ein Restaurant in der Region Zürich und eines im Tessin.

Sempachersee absenken

Ebenfalls ein ambitioniertes Projekt stellt die «Zentralschweiz am Sonntag» im Kanton Luzern vor: Sie berichtet über eine 60 Millionen Franken teure Lösung im Streit um den schon lange geplanten Rundweg um den Sempachersee.

Da das Projekt bisher am Widerstand von Landbesitzern gescheitert war, wollen die sieben Gemeinden um den See 2020 den Seespiegel um 35 Zentimeter absenken und so einen vier Meter breiten Landstreifen trockenlegen. Auf diesem könne der Weg für Spaziergänger und Biker gebaut werden - ohne dass Grundstückbesitzer enteignet werden müssen.

«Vintageprodukt» Zeitung

Und schliesslich vermeldet die seit Oktober nur noch digital erscheinende «Ostschweiz am Sonntag», dass die Zeitung künftig auch wieder gedruckt erscheinen soll. Damit wolle man jüngere Menschen als Abonnenten gewinnen, die sich stark zu «Vintageprodukten» hingezogen fühlten.

anf/sda

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