Grosser Rat setzt Zeichen für Palliative Care

Palliative Care ist aus Sicht des Grossen Rats ein wichtiger Bestandteil des Gesundheitswesens. Das machte er am Mittwoch deutlich, als er einen Vorstoss von Andrea de Meuron (Grüne/Thun) teils als Motion, teils als Postulat überwies.

Die Betreuung von Schwerkranken soll im Kanton Bern nicht vernachlässigt werden. So will es der Grosse Rat. (Symbolbild)

Die Betreuung von Schwerkranken soll im Kanton Bern nicht vernachlässigt werden. So will es der Grosse Rat. (Symbolbild)

(Bild: Keystone)

Die Betreuung und Behandlung von Schwerkranken sei gut für die Patienten und wertvoll für die Angehörigen, lohne sich aber auch aus volkswirtschaftlicher Sicht, betonte Andrea de Meuron (Grüne/Thun). Im Grossen Rat widersprach ihr am Mittwoch niemand. Ihr Vorstoss wurde anschliessend teils als Motion, teils als Postulat überwiesen.

Allerdings fand eine Ratsmehrheit, der Kanton unternehme schon genug, um Palliative Care als interdisziplinäres Versorgungsmodell zu unterstützen und die Begleitung auch in jenen Fällen zu fördern, wo Menschen über lange Zeit schwer krank seien. Diese Punkte der Motion schrieb der Rat deshalb als erfüllt ab.

Als Postulat überwiesen wurde die Forderung nach einer stationären Palliativversorgung von Kindern. Eltern und Kinder bräuchten eine offene, ehrliche Kommunikation, die Eltern überdies eine Begleitung über den Tod hinaus, warb etwa Melanie Beutler-Hohenberger (EVP/Gwatt) für das Anliegen.

Auch das bestritt niemand. Die Ratsmehrheit war aber der Meinung, wenn man erst einmal geeignete Angebote evaluieren müsse, passe die Form des Postulats besser. Das Postulat verpflichtet die Regierung, ein Anliegen näher zu prüfen.

Gesundheitsdirektor Pierre Alain Schnegg (SVP) betonte, der Kanton fördere den Palliativbereich schon heute nach Kräften. Vor knapp einem Jahr hatte er ein Pilotprojekt für die ambulante Palliativversorgung zurückgestellt, was ihm damals Kritik eintrug. Die Sistierung sei nötig gewesen, weil man im Rahmen des Sparpakets zuerst habe definieren müssen, wo man eigentlich sparen wolle, sagte Schnegg am Mittwoch. Inzwischen sei das Projekt wieder aufgegleist. Ziel ist, im ganzen Kanton Strukturen aufzubauen, damit unheilbar kranke Menschen zu Hause oder im Pflegeheim sterben können statt im Spital.

mib/sda

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