Heimleiter musste den Posten räumen

Konolfinge

Nach dem Wirbel im letzten Jahr hat das Alterszentrum Kiesenmatte in Konolfingen das Arbeitsverhältnis mit Heimleiter Daniel Pulfer be­endet. Die Gründe bleiben ­im Dunkeln.

Schöne Fassade: Dahinter eskalierten Konflikte, die mit dem Weggang des Heimleiters vielleicht enden.

Schöne Fassade: Dahinter eskalierten Konflikte, die mit dem Weggang des Heimleiters vielleicht enden.

(Bild: Beat Mathys)

Während fünf Jahren hat Daniel Pulfer das Alterszentrum Kiesenmatte in Konolfingen geleitet. In dieser Zeit kam es immer wieder zu Konflikten zwischen ihm und den Angestellten. Diese warfen Pulfer Mobbing und Ungerechtigkeit vor. An einer tumultuösen Sitzung eskalierte letzten Frühling die Situation. Im Zuge einer Reorganisation verloren zwei Personen ihre Stelle, mehrere qualifizierte Fachkräfte kündigten. Daniel Pulfer wurde vorgeworfen, er pflege einen «militärischen Führungsstil».

Stiftungsratspräsident Hans Regez hatte sich damals vor den Heimleiter gestellt und versucht, die Wogen zu glätten. Er hatte die Konflikte zwischen Pulfer und dem Personal mit einer umfassenden Reorganisation erklärt, die im Alterszentrum für Stress sorge. Allerdings hatte Regez eingeräumt, dass der Heimleiter einen «ungewohnt straffen Führungsstil» pflege, den das Personal nicht gewöhnt sei (wir berichteten).

«Eher nachlässig»

Jetzt teilt die Stiftung Kiesenmatte mit, dass das Arbeitsverhältnis mit Heimleiter Daniel Pulfer «in gegenseitigem Einverständnis» per Ende November aufgelöst wurde. Pulfer hat seinen Arbeitsplatz bereits verlassen. «Über die Gründe der Trennung haben wir Stillschweigen vereinbart», sagt Stiftungsratspräsident Hans Regez, der sich ebenso eisern an diese Vereinbarung hält wie Daniel Pulfer. Dieser ging gestern nicht ans Te­lefon.

Den Vorwurf des früher kritisierten «straffen Führungsstils» sehen dem Heim Nahestehende heute anders. Pulfer sei zunehmend unzuverlässig bis nachlässig, ja sogar führungsschwach gewesen. Er habe all zu viel liegen gelassen oder vergessen und damit das Personal genervt. Zu diesen Vorwürfen will sich Regez nicht äussern. Er sagt, dass die schon längere Zeit laufende Reorganisation unter Pulfers Verhalten nicht gelitten habe. Im Gegenteil.

«Er hat die Reorganisation aktiv unterstützt und mitgetragen», windet Hans Regez dem ehemaligen Heimleiter ein Kränzchen. Dass Pulfer das Heim mitten im Reorganisationsprozess verliess, sei Zufall. Pulfer selber hatte vor gut einem Jahr erklärt, dass das Alterszentrum bis spätestens 1. Januar 2015 neu organisiert sein sollte, weil man mit dem Optimieren von Abläufen Geld sparen könne. Optimiert wurde nun aber erst im Bereich Pflege. Folgen sollen Hauswirtschaft, Verwaltung und Stiftungsrat.

Neue temporäre Leitung

Im Organigramm auf der Website des Alterszentrums figuriert Pulfer immer noch als Heimleiter. Die Lohnzahlung werde im Rahmen der Kündigungsfrist fortgesetzt, bis der 54-Jährige eine neue Stelle gefunden habe, sagt Hans Regez. Wie lang diese Kündigungsfrist ist, will er nicht verraten.

Am 1. Dezember wird Ruth Moser temporär die Leitung des Alterszentrums übernehmen, eine pensionierte Heimleiterin aus Bremgarten, die heute auf Mandatsbasis arbeitet. Der Stiftungsrat lobt Mosers langjährige Erfahrung. Diese werde ihr helfen, während der Übergangszeit den Betrieb im Alterszentrum Kiesenmatte sicher zu stellen.

Berner Zeitung

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