Die Berner Kommissarin

Die Bernerin Tanja Lehmann spielt eine Hauptrolle in der neuen Krimiserie «Bernegger & Juric» auf 3+. Am Sonntag ist Premiere. Kommt der Pilotfilm an, werden weitere Folgen gedreht.

<b>Spielt eine Hauptrolle</b> im 3+-Krimi «Bernegger &amp; Juric»: Die Bernerin Tanja Lehmann.

Spielt eine Hauptrolle im 3+-Krimi «Bernegger & Juric»: Die Bernerin Tanja Lehmann.

(Bild: PD)

Mirjam Comtesse

Tanja Lehmann sitzt auf dem Sofa im Büro einer Zürcher Kommunikationsagentur. Die Bernerin wirkt zierlich, aber gleich­zeitig strotzt sie vor Energie. Begeistert erzählt sie von der geplanten Krimiserie «Bernegger & Juric», in der sie eine Hauptrolle übernimmt: «Ich wollte die Rolle unbedingt.»

Eva Bernegger ist ja keine klassische Kommissarin, sondern sie ist jung und muss sich erst beweisen.» Die Herausforderung, eine Person darzustellen, die zwar Stärke ausstrahlt, aber gleichzeitig mit Unsicherheiten kämpft, habe sie gereizt. Der Balanceakt gelingt, wie im Pilotfilm zu sehen ist, der diesen Sonntag auf 3+ läuft.

Ein Versuch mit Risiko

Der Privatsender, der für Dokusoaps wie «Der Bachelor» und «Bauer, ledig, sucht…» bekannt ist, setzt mit dem Krimi zum ersten Mal auf eine fiktionale Eigenproduktion. Das bedeutet ein Risiko für das TV-Unternehmen, das sich ohne Gebührengelder finanziert.

Es handle sich um einen Versuch, sagt 3+-Senderchef Dominik Kaiser. «Wir wollen dabei viel lernen. Und es das nächste Mal noch besser machen und weiterlernen, bis es perfekt funktioniert.» Natürlich geht es aber auch darum, herauszufinden, ob sich der Aufwand finanziell rechnet.

Diesen Sonntag wird zunächst der 60-minütige Pilotfilm gezeigt. Nur wenn er beim Publikum ankommt, darf Tanja Lehmann in weiteren Folgen mitspielen. Das Abwarten dürfte der 29-Jährigen schwerfallen.

Der offizielle Trailer zu «Bernegger & Juric». Video: Youtube/3+

Nur schon das Stillsitzen liegt ihr nicht. Immer wieder ändert sie während des Gesprächs ihre Position. Und wenn sie spricht, dann tut sie dies mit dem ganzen Körper. Mittendrin will sie aus Ungeduld plötzlich nach ihrem Smartphone greifen, merkt aber, dass dies unhöflich wäre, und verzichtet darauf.

Als brave Lena angefangen

Dass die Bernerin ein Bewegungsmensch ist, zeigte sich schon früh. Bereits mit 4 Jahren begann sie zu tanzen. Zuerst Ballett, dann Hip-Hop und Streetdance. Mit ihrer Streetdance-Gruppe holte sie dreimal den Schweizer-Meister-Titel. Nebenbei machte sie die Matur am Gymnasium Köniz-Lebermatt. Mit 21 Jahren zog sie nach Zürich, um an der dortigen Hochschule der Künste zeitgenössischen Tanz zu studieren.

In dieser Zeit suchte das Schweizer Fernsehen nach jungen Leuten, die in der Serie «Best Friends» mitspielen mochten. Tanja Lehmann bewarb sich und erhielt die Rolle der braven Lena Vonlanthen.

Diese ist die Tochter des Rektors der Schule, an der die Serie spielt. Die Sendung kam sehr gut an: Insgesamt liefen drei Staffeln à je fünfzig Episoden. «Ich habe bei ‹Best Friends› wahnsinnig viel gelernt», sagt Tanja Lehmann. «Im Lauf der Folgen wurde ich immer lockerer und authentischer.»

Mag düstere Rollen

Mittlerweile setzt die 29-Jährige ganz auf die Schauspielerei. Um näher bei ihrer Agentur und den Castings zu sein, ist sie vor sieben Jahren nach Berlin gezogen. Dieses Jahr spielte sie unter anderem im deutschen Film «Phantomschmerz» mit, der mehrere internationale Preise gewonnen hat. Das Tanzen hat sie aufgegeben. «Ich könnte das nicht mit halbem Engagement machen», sagt sie. «Nur richtig oder gar nicht.»

Genauso hält sie es beim Schauspielern. Tanja Lehmann sucht sich gerne intensive, schwierige Rollen. An «Bernegger & Juric» gefalle ihr, dass die Charaktere im Zentrum stünden. Die Geschichte lebt vom Gegensatz zwischen der überkorrekten Eva Bernegger und dem Draufgänger Nikola Juric.

Dessen Part spielt der Zürcher Christian Martin Schäfer, der ebenfalls in Berlin lebt. «Wir kannten uns vorher nicht», erzählt Tanja Lehmann. «Erst nach dem Casting haben wir uns zum ersten Mal getroffen.»

Bereits befreundet war sie dagegen mit einem weiteren Crewmitglied: mit Gilles Tschudi, der in der Krimiserie einmal mehr einen zwielichtigen Typen mimt. Mit ihm war sie schon am Theater Winterthur im Stück «L’histoire du soldat» aufgetreten.

Und was kommt nach «Bernegger & Juric»? «Mein Traum wäre eine Rolle, die physisch sehr anspruchsvoll ist», sagt Tanja Lehmann. Ebenfalls reizen würde sie eine düstere Rolle wie jene der Christiane F. in «Wir Kinder vom Bahnhofzoo.»

Wie wäre es mit einem Tanzfilm? Immerhin könnte sie so beide ihre Leidenschaften ausleben. «Doch, am besten noch mit Gesang. So ein richtiger Feel-Good-Movie wäre auch toll.» Zuerst heisst es aber mal: Abwarten, wie die 3+-Zuschauer sie als Eva Bernegger finden.

«Bernegger & Juric»: 16. 12.,20.15 Uhr, sowie 17. 12., 22 Uhr, 3+.

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