Werner Walther fehlten nur zwei Stimmen

Kirchlindach

Die Wahlen fürs Gemeindepräsidium Kirchlindach sind wegen zwei Stimmen im ersten Wahlgang noch nicht entscheiden worden. Im Gemeinderat holte die SVP einen zweiten Sitz auf Kosten der BDP.

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Der Wahlausschuss hatte viel Arbeit. Zweimal zählte er die Stimmen für die Gemeinderatssitze nach. Gar dreimal für jene des Gemeindepräsidiums. So knapp war das Resultat. Im Dreikampf ums Präsidium schaffte niemand das absolute Mehr.

Dem amtierenden Gemeindepräsidenten Werner Walther (SVP, parteilos) fehlten am Ende winzige zwei Stimmen für die direkte Wiederwahl. Er distanzierte seinen Vize Christoph Grosjean (SP) und seine Vorgängerin Magdalena Meyer (GLP) deutlich. Letztere ist ganz aus dem Rennen, weil sie die Wahl in den Gemeinderat nicht schaffte.

Er sei stolz und sehr zufrieden auf das Resultat, sagte Werner Walther nach der Bekanntgabe der Resultate in der Aula Kirchlindach. Das sei ein Aufsteller. Er habe ein viel ausgeglicheneres Ergebnis erwartet. «Die Bevölkerung ist offenbar zufrieden mit meiner Arbeit.» Es sei schade, dass es im ersten Wahlgang nicht ganz gereicht habe. Im Scherz habe er dem Gemeindeschreiber gesagt, sie sollen doch nochmals zählen.

Eine Polarisierung

Der zweite Wahlgang ist am 16. Dezember vorgesehen. Christoph Grosjean liess es gestern Abend offen, ob er in drei Wochen nochmals antreten wird. Er müsse die Ergebnisse, auch jene im Gemeinderat, zuerst analysieren, sagte er und gratulierte Werner Walther zu seinem Resultat. Für Grosjean brachte der Wahlgang zwei Überraschungen: Dass die SP und die SVP je zwei Sitze machten und dass in der nächsten Legislatur nur noch drei Parteien in der Exekutive vertreten sind.

Opfer dieser Polarisierung sind die Grünliberalen und die BDP. Bei letzterer wurde Hans Tschanz nicht wiedergewählt. Er nahm die Niederlage gelassen: «Es ist passiert. Das ist das Wahlsystem.» Tschanz ist seit zwei Jahren im Gemeinderat und muss seinen Sitz wieder räumen. Nur um zwölf Stimmen verpasste die GLP bei ihrem ersten Antreten den Einzug in den Gemeinderat.

«Mit einer Listenverbindung hätte es wohl gereicht», analysierte Magdalena Meyer. Aber es sei trotzdem gut, habe sich die GLP nicht verbündet, denn «Mitte ist Mitte». Ihre Stimmenzahl bei der Präsidiumswahl bezeichnete sie als «nicht schlecht». Die Partei habe sich noch keine Gedanken gemacht, wen sie im zweiten Wahlgang unterstützen würde. Aber wohl eher den Bisherigen Werner Walther.

Zu den Gewinnern darf sich Marc Aeberhard zählen, SVP-Präsident und neu gewählter Gemeinderat. Der Sitzgewinn für die SVP sei ein schöner Vertrauensbeweis der Bevölkerung. Aber damit komme auch die Bürde, die Erwartungshaltung sei hoch. Aeberhard gilt als Politiker, der seine Meinung klar sagt. «Sollte ich zu direkt werden, müssen mich die Kollegen etwas zügeln», sagt Aeberhard schmunzelnd.

«Erleichtert» über seine «nicht selbstverständliche» Wiederwahl ist Adrian Müller. Die Ausgangslage sei schwierig gewesen. Zum einen sei er der einzige Kandidat auf der FDP-Liste gewesen, zum anderen sei mit Magdalena Meyer eine ehemalige FDP-lerin bei den Grünliberalen angetreten.

Wieder eine Frau

Dank Andrea Walther (SP) – nicht verwandt mit Werner Walther – sitzt wieder eine Frau im fünfköpfigen Gremium. «Ich habe ein Jahr gekämpft, um eine Frauenkandidatur zu finden», blickte SP-Präsident Martin Sahli zurück.

Überrascht war Sahli, dass die SP ihre vor vier Jahren gewonnen zwei Sitze halten konnte, auch dank der Listenverbindung mit den Freien Lindachern. Deren Vertreter Beat Hänni musste zur Kenntnis nehmen, dass die Verhältnisse diesmal klarer waren. 2018 fehlten nur zwei Stimmen für einen Sitz.

Berner Zeitung

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