Minarett-Verbot gilt

Leserbriefe vom Donnerstag, 23. September

Leserbriefschreiber Patrick Freudiger kritisiert den Minarett-Entscheid der Bernischen Baudirektion. Diese missachte das vom Volk beschlossene Bauverbot.

Das Islamische Zentrum in Langenthal. Auf dem Dach wird mit Holzlatten angezeigt wo das geplante Minarett stehen soll.

Das Islamische Zentrum in Langenthal. Auf dem Dach wird mit Holzlatten angezeigt wo das geplante Minarett stehen soll.

(Bild: Keystone)

Minarett- Verbot giltAusgabe vom 22. September «Kanton Bern bewilligt das Minarett»

Am 29. November 2009 haben überwältigende 57,5 Prozent der Stimmbürger einem Minarettverbot in der Verfassung zugestimmt. Islamischen Machtansprüchen wurde damit eine deutliche Absage erteilt. Ein knappes Jahr später beurteilt die Bernische Baudirektion das hängige Minarettgesuch in Langenthal. Dies weil die Langenthaler Muslim-Gemeinschaft sich beharrlich weigert, den Volksentscheid zu akzeptieren. Dass die Langenthaler Muslime ihr Gesuch über die direkte Demokratie stellen, ist bereits Skandal genug. Nun erhalten sie aber auch noch Schützenhilfe aus der Bauverwaltung. Selbstverständlich bezieht sich das Minarettverbot auch auf hängige Bauprojekte. Denn verboten ist «der Bau» von Minaretten; bei hängigen Projekten wurde noch nichts gebaut. Einmal mehr werden unsere Grundwerte für Muslime relativiert. Eine Verwaltungsbehörde weigert sich also, die Bundesverfassung anzuwenden. Man fühlt sich wie in einer Bananenrepublik. Direkte Demokratie und Bundesverfassung sind keine Spass-Artikel, die man nach Lust und Laune anwenden kann. Sie gelten. Unmissverständlich und unbedingt. Auch für Muslime und auch für die Berner Baubürokratie. Patrick Freudiger, Mitglied Initiativkomitee für ein Minarettverbot, Langenthal

Biel: Das läuft schiefZum Fall Kneubühl in Biel

Dass die Fahndungskosten im Fall Kneubühler derart ins Uferlose gerieten, ist nicht allein Kneubühlers Schuld. Der getriebene Aufwand entspricht doch eher der unkontrollierten Phobien-Manie der Ämter und der Polizei! Weshalb soll er nun alles selber berappen – und andererseits zahlt der Steuerzahler sämtliche Sicherheitskosten beim WEF, bei organisierten Demos und Fussballspielen? Oder wird da ein willkürliches Exempel statuiert, weil Herr Kneubühler sich nicht wehren kann? Andreas Glur,Wynigen

Provokation Mit seinen fünfzigtausend Franken hätte Herr Kneubühl von einer Bank sicher eine Hypothek erhalten, um die Schwester auszuzahlen. Wo liegt das Problem des bedauernswerten Rentners? Wurden mündliche Abmachungen nicht eingehalten? Sensible Menschen reagieren heftig auf Vertrauensmissbrauch. Auch auf Ungerechtigkeiten: Selbst eine juristisch saubere Rechtslage kann ungerecht sein. Erlebte er behördliche Arroganz? Empfand er Verfügungen der Amtsträger als persönliche Abrechnung? Jemanden aufgrund seiner Stellungnahmen von Amtes wegen als paranoiden Querulanten einzustufen und in die Psychiatrie zu schicken ist ein erfolgreiches Vorgehen totalitärer Staaten. Wie viele harmlose, unangepasste Existenzen wurden auf legale Art und Weise zerstört, weil ein Amtsträger das Amt zur Provokation missbrauchte, um so Andersdenkende loszuwerden? Der Griff eines Betroffenen zur Waffe bringt selbstverständlich keine Lösung. Aber eine Eskalation kann erwünscht sein: Bieten Verzweiflungstaten nicht die Handhabe, Unbequeme zu Straftätern zu stempeln und loszuwerden? Die eigentlichen Täter haben nichts zu befürchten. Sogar bei Fehlschlägen arbeitet die Zeit für den Staat. Die Polizei ist ebenso zu bedauern wie das Opfer, muss sie doch buchstäblich den Kopf für verbrecherische Hintermänner und -frauen hinhalten. Johannes Zweifel,Meinisberg

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