Bis zum «behaglichen» Schulzimmer ist es noch weit

Rüegsau

Die Kosten waren noch kein Thema. Die jüngste Orientierungsversammlung zur Schulraumerweiterung in Rüegsau ging ohne Emotionen über die Bühne.

Das Holz soll ein angenehmes Lernklima schaffen.

Das Holz soll ein angenehmes Lernklima schaffen.

(Bild: PD)

Susanne Graf

Das Projekt wird konkret. Architekt Hanspeter Bürgi zeigte ­anhand aktualisierter Visualisierungen, wie die neuen Schulanlagen im Rüegsauschachen aus­sehen werden. Rund hundert Personen liessen sich orientieren und erfuhren, warum der zweistöckige Neubau aus Holz gefertigt werden soll. Nicht nur wegen der einheimischen Ressource und weil die Schüler von einer «hohen Behaglichkeit» profitieren könnten. Sondern vor allem auch, weil die Teile vorfabriziert würden und somit eine «leise und schnelle Bauzeit» möglich werde.

Daran muss den Behörden von Rüegsau besonders gelegen sein: dass das Werk in möglichst kurzer Zeit realisiert werden kann. Denn während der Bauphase müssen die Schüler ja irgendwo unterrichtet werden.

Ein Provisorium

Verschiedene Lösungen seien diskutiert worden, versicherte Bauvorsteher und Vizegemeindepräsident Andreas Hängärtner. So habe man etwa einen Umzug ins leer stehende Schulhaus Biembach ins Auge gefasst. Aber aus schulorganisatorischen Gründen sei das nicht möglich. Auch die Sicherheit des Schulweges und insbesondere die Kosten seien stark ins Gewicht gefallen.

Heute steht für den Gemeinderat fest, dass im Rüegsauschachen ein Provisorium erstellt werden muss. Neben dem Sportplatz sollen in einem zweistöckigen Bau dreizehn Klassenzimmer, Lehrerarbeitsplätze und Nebenräume untergebracht werden. Für die sanitären Anlagen ist eine separate Containerlösung vorgesehen. Hängärtner sprach von einem 45 Meter langen und 14 Meter breiten Hauptblock. Und von Mietkosten von 600'000 Franken. Er geht von einer Bauzeit von eineinhalb Jahren aus.

Ein Punkt, der wohl noch zu reden geben wird, ist jener der Kosten und der Finanzierung. Dieser wurde an der jüngsten Orientierungsversammlung bloss gestreift. Erneut wurde die schon vor einem Jahr erwähnte Zahl von 16,8 Millionen Franken genannt. Aber am 30. Mai folgt die nächste Veranstaltung. Dort wollen die Verantwortlichen die aktualisierten Baukosten bekannt geben.

Bis dahin werde auch der Finanzplan der Gemeinde überarbeitet sein, sagte der zustän­dige Gemeinderat Markus Mosimann. Dieser werde auf der ­Rechnung 2017 basieren und die aktualisierten Kosten enthalten. Dann wird sich weisen, ob die Steueranlage, wie Ende Jahr errechnet, gestaffelt erhöht werden muss.

Was, wenn nicht?

Kritische Voten zum Projekt wurden an der Versammlung keine geäussert. Die Redner mussten bloss Detailfragen beantworten. Schulvorsteher Daniel Fankhauser hatte noch vor der Fragerunde klargemacht, worum es für die Gemeinde Rüegsau bei dem Projekt geht: darum, dass sie ihre Schulverträge mit den Gemeinden Hasle, Lützelflüh, Affoltern und Heimiswil einhalten und den benötigten Schulraum zur Ver­fügung stellen kann.

Würde das Projekt abgelehnt, wäre der Betrieb einer Sekundarschule in Rüegsauschachen infrage gestellt. «Wir müssten unsere Kinder in andere Gemeinden schicken – und selber Schulgeld bezahlen», sagte Fankhauser. Heute nimmt Rüegsau von den Anschlussgemeinden Infrastrukturbeiträge in Höhe von 437'000 Franken ein. «Tendenz – aufgrund der Schülerzahlen – steigend.»

Der Zeitplan sieht vor, dass die Rüegsauer am 23. September 2018 an der Urne über den Baukredit befinden. Läuft alles, wie von den Behörden erhofft, sollten die Bauarbeiten im Sommer 2019 starten und die neuen Schulräume im Herbst 2020 bezugsbereit sein.

Berner Zeitung

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