Der Kanton sagt Ja zum neuen Tierheim

Nach jahrelangem Hin und Her ist das Baugesuch für ein neues Tierheim im Bremgartenwald bewilligt. Das aktuelle Heim in Oberbottigen ist zu klein und liegt ungünstig.

Heim in Sicht: Das Tierheim hat eine Baubewilligung. Foto: iStockphoto

Christoph Hämmann

Seit über 20 Jahren sucht der Verein Berner Tierschutz nach einem Ersatzstandort für sein Tierheim in Oberbottigen, das zu klein sei und ungünstig in einem Wohnquartier liege. 2006 legte der Verein ein Neubauprojekt in der Eymatt vor. Die Lichtung im Bremgartenwald sei der einzige realisierbare Standort für einen tiergerechten Neubau, fanden auch die Stadtbehörden.

Doch was auf die Lancierung des Projekts folgte, war eine bis jetzt zwölf Jahre dauernde Odyssee. In der Aumatt, dem 700 Meter entfernten Quartier auf der gegenüberliegenden Seite des Wohlensees, formierte sich der Widerstand, und auch der Kanton beanstandete verschiedene Teile des Projekts.

Nach zahlreichen Verhandlungen, Änderungen, Untersuchungen sowie einer Volksabstimmung hat nun das kantonale Amt für Gemeinden und Raumordnung (AGR) dem Projekt die Baubewilligung erteilt. Wie der Verein Berner Tierschutz gestern mitteilte, habe das Amt gleichzeitig die Zonenplanänderung bewilligt, die von der städtischen Stimmbevölkerung im vergangenen März mit 81 Prozent der Stimmen angenommen wurde.

Einsprecher brauchen Zeit

Damit ist der Verein Berner Tierschutz aber noch immer nicht am Ziel. Die letzten zwei Einsprecher, die jeweils eine Gruppe vertreten, haben 30 Tage Zeit, darüber zu entscheiden, ob sie den Entscheid des AGR an die kantonale Justiz-, Gemeinde- und Kirchendirektion weiterziehen wollen. Sie müssten zuerst die 33-seitige Bewilligung des AGR studieren, hiess es gestern aus ihren Reihen, ehe sie das weitere Vorgehen festlegten.

Auf der anderen Seite hofft Daniel Wyssmann, Fürsprecher des Berner Tierschutzes und Präsident der Baukommission, einmal mehr auf ein baldiges Ende der langwierigen Rechtshändel. Mit Anpassungen wie dem Einbau von lärmabsorbierenden Fassaden und Lärmschutzmauern oder den eingeschränkten Betriebszeiten sei den Anliegen der Nachbarn umfangreich Rechnung getragen worden, sagt Wyssmann. «Das Projekt erfüllt alle gesetzlichen Vorschriften. Wir hoffen, dass wir uns jetzt endlich ans Bauen machen können.»

Frühester Einzug 2021

Der Berner Tierschutz sei aktuell mit der Detailplanung des neuen Tierheims beschäftigt, so Wyssmann. Er hoffe, im Frühling 2020 mit dem Bau beginnen und ein Jahr später einziehen zu können. Die Baubewilligung schreibe vor, dass ein halbes Jahr nach Eröffnung des Tierheims dessen Lärmimmissionen von unabhängiger Seite beurteilt werde. «Die Kritiker sind also zusätzlich abgesichert.» 

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