Gierig nach dem Pokal

Minerva strebt in dieser Saison den vierten Titel in der Clubgeschichte an.

Teamleader und Captain Yves Mezger (links) ist das Herz von Futsal Minerva.

Teamleader und Captain Yves Mezger (links) ist das Herz von Futsal Minerva.

(Bild: Raphael Moser)

Adrian Lüpold

Der Hunger, weitere Pokale zu gewinnen, ist gross. Und vielleicht hebt sich Futsal Minerva gerade deshalb von den Kontrahenten ab, weil jedes Detail auf Erfolg gepolt ist. Im nächsten Frühling wird der Rekordmeister sein 10-jähriges Bestehen feiern. Es würde nicht überraschen, wenn er dies mit dem vierten Meistertitel täte. «Es ist sonnenklar, wir wollen den Pokal nach Bern holen», sagt Miro Prskalo, der den Club seit bald 10 Jahren mit organisatorischem und innovativem Geschick präsidiert.

Um dieses Ziel zu erreichen, wird nichts dem Zufall überlassen. Längst hat bei den Hallenfussballern eine Leistungskultur Einzug gehalten, die in der Schweiz in dieser Form ihresgleichen sucht: Vier Einheiten pro Woche absolvieren die Akteure. Sie bilden sich mit Videoanalysen weiter oder kommen in den Genuss eines Physiotherapeuten. Zudem werden sie nunmehr in der dritten Saison von Pedro Santos, einem Profi aus Portugal, trainiert, der zu 60 Prozent beim Verein angestellt ist. Minerva hat Strukturen geschaffen, mit denen man dem Rest der Liga voraus ist.

«Wir sind überzeugt, dass sich der Aufwand lohnt», sagt Prskalo. Und die Marschroute stimmt. Nach fünf Runden, fünf Siegen und einem Torverhältnis von 32:10 thront Minerva in der Premier League auf Rang 1, besiegte unlängst im Spitzenkampf einen der Favoriten, den FC Silva.

Was den Bernern, die ihre Heimpartien in der Sporthalle Weissenstein austragen, in die Karten spielten dürfte: Der Verband schaffte das Playoff ab, der Meister wird neu in einer regulären Saison entschieden. Somit entfällt auch die Gefahr, so wie letztes Jahr im Halbfinal wegen schlechter Tagesform aus dem Playoff gekippt zu werden. «Die Änderung bedeutet aber auch, dass nun jedes einzelne Spiel hoch intensiv und wichtig ist», meint Prskalo.

Die Entwicklung im Verein

Aber nicht nur das Fanionteam, in dem auch zwei junge Portugiesen von Partnerclub Sporting Lissabon integriert sind, bereitet Freude. Es ist die Gesamtentwicklung, die den Präsidenten schwärmen lässt. «Vor 10 Jahren waren wir 7 oder 8 Nasen im Training, heute gibt es Kids, die im Minerva-Dress rumlaufen. Das ist wie im Traum», sagt Prskalo.

Mittlerweile stellt der Club drei Aktivequipen, organisiert dienstags und donnerstags Futsal-Schulen für Kinder, arbeitet mit U-Teams von YB zusammen, bietet Camps an und kann auf den Support von fast 30 Sponsoren zählen. «Die Sportart steckt noch in der Entwicklung. Umso schöner ist es zu sehen, was wir bewegen können», sagt Prskalo. Seine leuchtenden Augen verraten: Der Hunger nach mehr ist gross bei Minerva.

Berner Zeitung

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