Kaffeebohnenrösterin mischt den Markt auf

Thun

Kira Heer hat sich ganz dem Kaffee verschrieben. Am kommenden Samstag eröffnet die junge Unternehmerin an der Frutigenstrasse die erste Thuner Kaffeerösterei.

Kira Heer eröffnet in Thun die erste Kaffeerösterei.

Kira Heer eröffnet in Thun die erste Kaffeerösterei.

(Bild: Stefan Kammermann)

«Das Bild der Bohnen ist wichtig», sagt Kira Heer und serviert einen klassischen Espresso. Die 32-jährige Diplom-Geografin aus dem Süden Deutschlands hat sich ganz dem Kaffeegenuss verschrieben. Die servierte Tasse Kaffee ist das Endprodukt einer Leidenschaft, welcher die junge Unternehmerin seit einigen Jahren nachgeht und die sie ab kommendem Samstag an der Frutigenstrasse 5 in Thun zelebrieren wird. Wohnzimmer nennt sie ihre Lokalität, die am Fenster mit Rösterei Heer angeschrieben ist und in der sich alles um Kaffeebohnen drehen wird.

Denn die Bohnen für den ausgeschenkten Kaffee röstet Kira Heer selber. «Nach eigenem Rezept», wie sie sagt. Das Rezept selber bleibt allerdings das Geheimnis der ersten Thuner Kaffeerösterin. Nur so viel: Ein Röstvorgang dauert in etwa 30 Minuten. Dabei werden die grünen Rohbohnen in eine Rösttrommel gegeben und gleichmässig erhitzt. «Das A und O beim Rösten ist ein geschultes Auge und eine feine Nase», erklärt die Rösterin. Die Kunst sei, den richtigen Moment abzuwarten, bis die Kaffeebohnen aus der Trommel kommen.

Bald Showrösten im Laden

Bis zu 50 Kilogramm frische Kaffeebohnen verlassen pro Monat die Rösttrommel von Kira Heer. Die Bohnen bezieht sie aus Brasilien, Kolumbien und aus Afrika über den Handel. Vorerst werden die Bohnen noch nicht im Laden geröstet. «Mein Ziel ist es aber, die Röstmaschine in absehbarer Zeit im neuen Geschäft einzurichten», sagt die Unternehmerin. Dann können Besucherinnen und Besucher der Rösterin bei der Arbeit über die Schulter blicken. Bis es so weit ist, bietet Kira Heer ihre verschiedenen Kaffeesorten made in Thun im Ladengeschäft an der Frutigenstrasse zum Kauf und zum Geniessen an. Im Vorfeld gab es allerdings Einsprachen gegen das Vorhaben. Diese seien jedoch vom Tisch.

Von Köln nach Thun

Die Leidenschaft für guten Kaffee beschäftigte die Rösterin schon während des Studiums zur Geografin. «Auf einer Reise entlang des Kaffeegürtels in der Hochlandebene Brasiliens bin ich auf den Kaffee gekommen», sagt sie. Dabei wurde ihr deutlich, unter welchen Bedingungen und mit welchem Aufwand die Kleinbauern die Kaffeebohnen von Hand ernten.

Kira Heer setzt denn auch auf fairen Handel. «Dass ich Rösterin geworden bin, verdanke ich in erster Linie den Erfahrungen, die ich in einer kleinen Kölner Rösterei mit Café gesammelt habe», erklärt die Kaffeefachfrau. Aus dem Studentenjob entwickelte sich ein tiefes Interesse an Kaffee, dem fairen Handel und der Röst- und Zubereitungsart. Die Ausbildung zur Rösterin rundete eine Baristaausbildung an der Akademie in München ab.

Nach Thun verschlagen hat es die 32-jährige Mutter schliesslich der Liebe wegen. «Hier habe ich die Rezepturen für meine Hausmischungen entwickelt», erklärt sie, und die ersten Packungen auf dem Wochenmarkt im Bälliz unter die Leute gebracht. Mit der Eröffnung ihres Geschäfts an der Frutigenstrasse will sich die junge Rösterin weiterentwickeln. «Ich möchte meinen Kundenstamm erweitern und noch mehr Restaurants und Läden für mich gewinnen.»

Einen ersten Erfolg konnte Kira Heer bereits verbuchen. Seit kurzem kann sie zwei Restaurants aus der Region zu ihren Kunden zählen. Die grosse Konkurrenz auf dem Markt, gerade mit Kapselkaffee, fürchtet die junge Unternehmerin indes nicht. «Es gibt viele Kaffeeliebhaber, die einen harmonischen und vollen Geschmack von frischen Bohnen schätzen», betont Heer.

Thuner Tagblatt

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