Am Schluss gaben sogar die Kämpfer das Bahnhöfli auf

Ferenbalm-Gurbrü

Der Kampf war vergebens, am Donnerstag hat der Grosse Rat das Ende des Bahnhalts in Ferenbalm-Gurbrü per Ende 2018 beschlossen. Oppositionslos.

Im Einsatz für den Bahnhalt: Grossrat Daniel Schwaar (Mitte) und seine Mitstreiter setzten sich im Januar öffentlichkeitswirksam in Szene.

Im Einsatz für den Bahnhalt: Grossrat Daniel Schwaar (Mitte) und seine Mitstreiter setzten sich im Januar öffentlichkeitswirksam in Szene.

(Bild: Urs Baumann)

Stephan Künzi

Schnee und Eis konnten ihnen nichts anhaben. Ohne mit der Wimper zu zucken, liessen BDP-Grossrat Daniel Schwaar und zwei Mitstreiter die Wärme der S-Bahn hinter sich und traten hinaus in die kalte Winterwelt. Es war Mitte Januar, und das wackere Trio wollte hier am Bahnhalt Ferenbalm-Gurbrü seiner Forderung noch einmal Nachdruck verleihen: Die kleine Station an der BLS-Linie nach Neuenburg darf nicht verschwinden.

Genützt hat es nichts, denn seit Donnerstag ist klar: Statt der S-Bahn wird hier in Zukunft nur noch der Bus halten. Das hat der Grosse Rat im Rahmen seines Beschlusses festgelegt, der das Angebot im öffentlichen Verkehr für die Zeit von Ende 2017 bis Ende 2021 festlegt. Weil die BLS mit dem nahen Rosshäuserntunnel noch nicht fertig ist, bekommt Ferenbalm-Gurbrü allerdings noch ein Jahr Gnadenfrist. Das Bahnhöfli geht erst im Dezember 2018 zu.

Was am Donnerstag besonders auffiel: So öffentlichkeitswirksam sich Schwaar vor gut zwei Monaten für die Haltestelle ins Zeug legte, so stumm blieb er nun in der alles entscheidenden Debatte.

Liegt «zu peripher»

Der BDP-Politiker mag die Sache nicht schönreden. «Einen Gegenantrag zu stellen, hätte gar keinen Sinn gehabt.» Er erinnert an jene Kollegen im Rat, die sich für den Bahnhalt in Leissigen und den Weiterbetrieb der Postautolinie von Albligen nach Schwarzenburg einsetzten und scheiterten. Er führt weiter aus, dass in einer Debatte über das Fahrplanangebot im ganzen Kanton natürlich die Hauptlinien und der Verkehr in den städtisch geprägten Zentren die Hauptrolle spielten. In dieser Situation wäre der Kampf für den Halt in Ferenbalm-Gurbrü von vornherein zum Scheitern verurteilt gewesen. «Dafür liegt das Gebiet zu peripher.»

Viel lieber will Schwaar nun sein Augenmerk auf die neue Buslinie richten. Immerhin werden die Anwohner im Gebiet der heutigen Station in Zukunft bis nach Bern knapp 40 Minuten und damit rund doppelt so lange unterwegs sein wie heute. Weil der Bus erstens den Umweg über Biberen fährt und zweitens in Gümmenen beim Umsteigen auf den Zug weitere Minuten verloren gehen.

Nun der Bus unter der Lupe

Vielleicht lasse sich dieses Konzept ja noch etwas verbessern, hofft Schwaar – um gleich zu relativieren: Natürlich dürfe dies nicht zulasten der anderen Gemeindeteile gehen.

Was er meint: Im weitläufigen Ferenbalm gibt es durchaus auch Leute, die vom neuen Konzept profitieren. Allen voran jene, die in Biberen wohnen und heute bis zum Bahnhof eine weite Strecke zurücklegen müssen. Der Bus dagegen hält mehr oder weniger vor der Haustür.

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