«Das passt zu den Schweinereien dieser Banken»

Nach dem Schuldgeständnis der Bank Wegelin meldet sich FDP-Präsident Philipp Müller zu Wort. Er erhebt unter anderem schwere Vorwürfe gegen Konrad Hummler.

«Diese Aussage macht eine Globallösung vielleicht unmöglich»: FDP-Präsident Philipp Müller.

«Diese Aussage macht eine Globallösung vielleicht unmöglich»: FDP-Präsident Philipp Müller.

(Bild: Keystone)

FDP-Präsident Philipp Müller ist stinksauer auf die Teilhaber der Bank Wegelin. Diese sagten in ihrem Schuldeingeständnis gegenüber US-Behörden, dass die Hilfe an Steuersünder «in der Schweizer Bankenindustrie üblich war». Für Müller sind die Aussagen «unglaublich».

Sie mögen zwar juristisch nicht verwendbar sein, seien aber politisch für die Schweiz ein Debakel, sagt Müller gegenüber der «SonntagsZeitung». «Diese Aussage treibt den Preis hoch und macht eine Globallösung vielleicht unmöglich.»

«Nach dem Motto ‹Rette sich, wer kann›»

Von den über 300 Schweizer Banken habe der grosse Teil nichts mit US-Steuerflüchtlingen zu tun. Durch Wegelin würden nun auch diese in den Dreck gezogen. Schwer enttäuscht ist Müller von seinem Parteifreund: «Ich hätte das von Konrad Hummler, der uns immer belehrt hat, nicht gedacht.» Überrascht ist der FDP-Präsident aber nicht: «Das Wegelin-Vorgehen passt in die Kaskade von Schweinereien der von den US-Behörden zur Verantwortung gezogenen Banken» – nach dem Motto «Rette sich, wer kann».

Nach dem Liborskandal und Wegelin werde es im Schweizer Parlament keine Mehrheit für eine Bankenrettung mehr geben, sagt Müller: «Wir haben die Schnauze voll.» Auch in den USA werten Kenner das Schuldeingeständnis von Wegelin als Verrat gegenüber dem Schweizer Bankenplatz.

Neiman: Wegelins Verhalten ist neu

Für den in Florida tätigen Steueranwalt Jeffrey Neiman ist beim Fall Wegelin neu, dass erstmals eine Bank ohne jegliche Geschäftstätigkeit in den USA amerikanisches Recht nicht nur für zuständig erklärte, sondern auch zugab, dieses verletzt zu haben.

kpn

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