Neue Pläne für Hotel Solsana

Saanen

Der Blinden- und Sehbehindertenverband hat die Hotel Solsana AG per 1. April 2019 den einheimischen Unternehmen Bach Immobilien AG und Matti Immobilien AG verkauft. Die neuen Besitzer planen einen Grossumbau.

Prägnanter und geschützter Bau von 1914: Der historische Solsana-Bau wird auch nach dem Umbau seinen architektonischen Charakter behalten.

Prägnanter und geschützter Bau von 1914: Der historische Solsana-Bau wird auch nach dem Umbau seinen architektonischen Charakter behalten.

(Bild: zvg)

Jürg Spielmann

Es thront seit über einem Jahrhundert hoch über dem Dorf Saanen: das Hotel Solsana. Erbaut 1914 im Unterbort, ist es seit vier Jahrzehnten im Besitz des Verbandes der Blinden und Sehbehinderten (SBV). Das Ferien- und Erholungsheim im markanten Bau – geplant vom selben Architekten wie das weltberühmte Palace Gstaad – ist auf die Bedürfnisse der SBV-Klientel ausgerichtet.

Genutzt wird es von dieser aber immer weniger. «Die Hotelübernachtungen der Mitglieder sind anzahlmässig zurückgegangen und wurden seltener», heisst es in einer SBV-Mitteilung von Donnerstag. «Es sind zu wenige gewesen», präzisierte Generalsekretär Kannarath Meystre auf Anfrage.

Damit und mit dem Umstand, dass die Anforderungen an den Betrieb eines Hotels «massiv gestiegen» seien und sich gleichzeitig die Ansprüche der Gäste verändert hätten, wird der Verkauf der Hotel Solsana AG begründet. Meystre sagt, die Delegierten hätten ihn im Juni beschlossen. Der SBV verordnete sich eine «Diät», er fokussiert sich fortan auf seine Verbandskernaufgaben.

Finanzielle Gründe hätten «nicht in erster Linie» zum Verkauf geführt, so der SBV-Mann. Im «Beobachter» vom 15. September war zu lesen gewesen, dass der Blindenverband massiv sparen müsse und auch ein Solsana-Verkauf diskutiert werde.

Bach: «Noch relativ neu»

Zum Handkuss sind nun lokale Firmen gekommen: Der SBV verkaufte sein Hotel an die Gstaader Bach Immobilien AG und die Saaner Matti Immobilien AG. «Die Handänderung erfolgt per 1. April 2019. Über den Verkaufspreis wurde Stillschweigen vereinbart.» So ist es im Communiqué zu lesen. Die Frage, ob die AG zu gleichen Teilen an die neuen Besitzer übergeht, mochte Marcel Bach am Donnerstag nicht beantworten.

«Der Verband suchte seit längerer Zeit aktiv nach einer Käuferschaft und hat den Betrieb verschiedenen Interessenten angeboten. Wir waren einer davon», so Bach. Laut dem namhaften Gstaader Immobilier – er ist unter anderem Mitbesitzer des 2012 eröffneten Fünfsternhotels The Alpina oder des Skigebiets Glacier 3000 – ist alles noch «relativ neu. Wir haben noch kein Projekt».

Deshalb lässt sich zur Zukunft auch noch nicht viel Konkretes sagen. Was klar ist: Die Vertragspartner sind übereingekommen, den heutigen Betrieb mit spezieller Ausrichtung auf die Bedürfnisse stark sehbehinderter Gäste bis zunächst Ende März 2018 weiterzuführen.

Zuerst Garni, dann Umbau

Ab der Sommersaison 2018 wollen die Verantwortlichen im heutigen Dreisternsuperiorhaus mit 95 Betten in 47 Zimmern ein Hotel Garni betreiben. Das laut Kannarath Meystre bis Ende März 2019 und zum Beginn «einer aufwendigen Sanierungs- und Umbauphase», wie es heisst.

Was sehen die Pläne vor? «Es ist ein relativ grosses Projekt, das einen gewissen Vorlauf braucht. Wir wollen nun mit der nötigen Zeit ein gutes Konzept erstellen», erklärte Marcel Bach. Damit sei auch die Übernahme per April 2019 begründet.

Ein wichtiger Punkt, so Bach, war, dass die Saaner 2016 einer Änderung der Überbauungsordnung Solsana zugestimmt haben. Das machte Um- und Erweiterungsbauten sowie die Umnutzung von einem Freien- und Erholungsheim in eine Hotelzone möglich. Der SBV entschied sich dennoch gegen einen Umbau und für einen Verkauf. «Wir schauen nun, was innerhalb des gesetzlichen Rahmens möglich ist.»

Laut Immobilier Bach ist der Hauptgebäudeteil, der einst ein Sanatorium war, geschützt. «Wir werden ihn aushöhlen.» Für welches Gästesegment das Haus mit Topsicht auf weite Teile des Saanenlandes einst wiedereröffnet wird, «ist heute noch nicht bekannt».

Berner Oberländer

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