Kinderhelden in Gelb-Schwarz

Am Kids Day kann YB wieder einmal entzücken: Die Berner zeigen beim 5:2-Erfolg gegen das kriselnde Luzern teils begeisternden Fussball. «Es war ein toller Nachmittag», sagt Trainer Adi Hütter.

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Dominic Wuillemin

Am Ende ist es für die Young Boys kinderleicht. Niedergeschlagen leisten die Luzerner, die nach dem 2:5 in Bern noch tiefer in die Krise geraten, keine Gegenwehr mehr. Die gut 2000 Kinder, die beim Kids Day an diesem kalten Sonntag im Stade de Suisse anwesend sind, kommen so in den Genuss vieler Torszenen.

Insgesamt neunzehnmal schliessen die Young Boys ab. Und sie treffen an dem für sie ­erfreulichen Nachmittag auch, wenn ihnen nicht alles gelingt. Vor seinem dritten Tor, dem 5:2, rutscht Guillaume Hoarau aus, via Standbein findet der Ball aber dennoch den Weg ins Tor. «Manchmal gibt es Phasen, da kann man neben das Tor zielen, der Ball geht trotzdem rein», sagte der französische Stürmer noch am Freitag sinngemäss.

Mit nun 7 Toren in 5 Spielen der Rückrunde befindet sich Hoarau in einer solchen Phase. Entschuldigend hebt er nach dem 5:2 die Arme in die Höhe. Kurz darauf pfeift der Schiedsrichter ab, das Heimteam feiert vor der Fankurve, später spricht Adi Hütter oben im Medienraum von einem spektakulären Sieg. «Es war ein toller Nachmittag», sagt der österreichische Trainer.

Hoaraus Traumtor

Erstmals seit dem Frühherbst können die Gelb-Schwarzen wieder drei Partien in Folge gewinnen. Zuweilen erinnert ihr Auftritt gestern auch an die Anfangszeit unter Hütter im September und Oktober, als sie mit Heimerfolgen gegen Vaduz, Basel und GC begeisterten.

Gegen Luzern kombinieren die Berner von Beginn an schwungvoll, kommen beinahe in Minutentakt gefährlich vor das Tor der Gäste. Alain Rochat verpasst nach einem Corner von Yoric ­Ravet aus wenigen Metern, Yuya Kubo tut es ihm aus ebenso aussichtsreicher Position gleich. Bald bietet sich Rochat, der den Vorzug vor Milan Vilotic erhält und den verletzten Gregory Wütrich ersetzt, die nächste Gelegenheit: Sein Kopfball wird von Torhüter David Zibung aber prächtig abgewehrt.

Die dritte Chance beim anschliessenden Corner verwertet der routinierte Romand dann aber zur hochverdienten Führung nach 25 Minuten. Und als Guillaume Hoarau wenig später erneut nach einem Eckball sehr sehenswert mit einem Fallrückzieher trifft,müssen die Luzerner Schlimmes befürchten.

Famoses Offensivquartett

Zumal die stark besetzte YB-Offensive gestern Nachmittag vor 16 051 Zuschauern prächtig aufgelegt ist. Alexander Gerndt und Hoarau harmonieren, Yoric Ravet läuft am rechten Flügel rauf und runter, der Winterzugang zeigt seine beste Darbietung im YB-Trikot und ist an fast jeder Aktion beteiligt. Einzig Kubo vermag mit den Kollegen nicht schrittzuhalten, nach 58 Minuten wird er durch Miralem Sulejmani ersetzt.

Der kleine Serbe, noch nicht hundertprozentig fit, deutet nach der Einwechslung sein grosses Potenzial an. Eine Viertelstunde vor Schluss erzielt er nach einem Eckball per Kopf das 4:2. «Schön, hat er sich gleich selber belohnt», meint Hütter. Und: «Die Zuschauer dürften heute zufrieden nach Hause gegangen sein.»

Drittes Tor als Knackpunkt

Der YB-Coach mag nicht das Haar in der Suppe suchen. Dass seine Equipe mit einer 2:0-Führung plötzlich nachlässig agiert und nach Toren von Marco Schneuwly (43. Minute) vor und Jahmir Hyka (47.) nach der Pause den Innenschweizern den Ausgleich zugestehen muss, gefällt ihm zwar nicht: «Wir haben uns durch Eigenfehler in die Bredouille gebracht.»

Hütter hält aber auch fest: «Wir können einen Gegner nicht 90 Minuten an die Wand spielen.» Und: «Was zählt, ist, dass wir erneut drei Punkte gewonnen haben. Und seit fünf Partien ungeschlagen sind.»

Der Knackpunkt, findet Hütter, sei das 3:2 von Hoarau in der 59. Minute gewesen. Danach läuft YB nicht mehr Gefahr, die Partie noch aus der Hand zu geben. Am 21. Kids Day feiert es seinen 15. Sieg bei 4 Unentschieden. Würden die Young Boys jedes Mal einen Kindertag durchführen, wären sie wohl schon jetzt ein Meisterkandidat. So aber ziehen sie vorübergehend an den Grass­hoppers, die heute in St. Gallen antreten, auf Platz zwei vorbei.

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