BLS zahlt Bern 10 Millionen

Die BLS hat Bund und Kantonen jahrelang zu hohe Zinsen verrechnet. Der Kanton Bern erhält 10 Millionen zurück.

Der bernische Verkehrsdirektor Christoph Neuhaus (SVP) ortet bei der BLS keine betrügerische Absicht (Archivbild).

Der bernische Verkehrsdirektor Christoph Neuhaus (SVP) ortet bei der BLS keine betrügerische Absicht (Archivbild).

(Bild: Franziska Rothenbühler)

Philippe Müller

Schon wieder haben Bund und Kantone Millionen zu viel für den öffentlichen Verkehr bezahlt. Nach dem Postauto-Skandal haben die Revisoren des Bundesamts für Verkehr (BAV) herausgefunden, dass während mehr als einem Jahrzehnt zu hohe Abgeltungen ans Berner Bahnunternehmen BLS geflossen sind. Das BAV und die BLS haben sich nun darauf geeinigt, dass nur die zu viel bezahlten Beträge aus den Jahren 2014 bis 2017 zurückbezahlt werden.

Das sind knapp 30 Millionen Franken. Davon erhält der Kanton Bern rund ein Drittel, also 9 bis 10 Millionen. Der bernische Verkehrsdirektor Christoph Neuhaus (SVP) rechnet damit, dass über mehrere Etappen insgesamt zwischen 9 und 10 Millionen Franken zurück nach Bern fliessen werden. Er betont, dass der Regierungsrat der BLS keine betrügerische Absicht unterstelle. «Nach erfolgter Rückzahlung ist das Kapitel für den Kanton Bern erledigt.»

Insgesamt flossen von 2004 bis 2017 für die Rollmaterialbeschaffung im Regionalverkehr 45,6 Millionen Franken zu viel vom Bund und von den Kantonen Bern, Wallis, Freiburg, Luzern, Neuenburg, Solothurn und Waadt an die BLS AG. Das BAV hat bei der Kontrolle der BLS jahrelang nicht genau hingeschaut. In deren Jahresrechnung wäre die Differenz nämlich zu erkennen gewesen. Im Herbst 2012 legte die interne Revision schon einmal den Finger auf die Zinskosten. Ihre Empfehlung wurde jedoch nicht umgesetzt.Seite 19

Berner Zeitung

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