Die Gemeinde geht das Parkplatz-Problem an

Zollikofen

Die Gemeinde hat bis jetzt noch kein Parkplatzkonzept erarbeitet. Viele Autopendler nützen deshalb die Chance, um ihr Auto Tag für Tag kostenlos in den Quartieren abzustellen. Damit soll aber bald Schluss sein.

Auf den weissen Parkplätzen in Zollikofen können neben Anwohnern auch Autopendler tagelang gratis parkieren.

(Bild: Urs Baumann)

Keine Zonenkarten, die nur für die Anwohner bestimmter Quartiere gelten. Nur hie und da ein paar vereinzelte blaue Parkfelder, die ein zeitlich beschränktes Abstellen des Autos vorsehen. In manchen Strassenzügen sogar frei wählbare Parkmöglichkeiten ohne Parkfelder entlang des Weges – ein Traum für jeden Autopendler, der sein Fahrzeug abstellen will. All diese Annehmlichkeiten sind jedoch bereits seit Jahren fast gänzlich aus der Agglo Bern verschwunden.

Nur in Zollikofen ist das nicht der Fall. Die Gemeinde besitzt noch kein Konzept zur Parkplatzbewirtschaftung. Das soll sich aber bald ändern. «Im Rahmen der Ortsplanungsrevision haben wir einen Richtplan erstellt, damit die Parkplatzbewirtschaftung eingeführt werden kann», sagt Gemeindepräsident Daniel Bichsel (SVP). Der Richtplan sei dem Kanton zur Genehmigung unterbreitet worden, Zollikofen wartet auf den Entscheid. «Wir rechnen damit, im Sommer mit der Umsetzung beginnen zu ­können.»

Viele Kapitel

Die Geschichte der Parkplätze von Zollikofen ist lang. Bereits vor elf Jahren reichte die SP einen Vorstoss ein, um dem freien Parkieren in der Gemeinde ein Ende zu setzen. Dieser scheiterte jedoch in den bürgerlichen Reihen, die die Autofahrer nicht mit zusätzlichen Abgaben belasten wollten.

Sechs Jahre später, 2013, forderte auch der GFL-Parlamentarier Bruno Vanoni, dass die Gemeinde die öffentlichen Parkplätze bewirtschaften solle. Zusätzliche Arbeitsplätze, die durch einen Neubau des Bundesamtes für Informatik und Technologie geschaffen worden waren, hatten mehr Autopendler nach Zollikofen gelockt – darunter auch vermehrt solche, die ihr Auto Tag für Tag kostenlos in den Quartieren abstellten und so die für die Anwohner gedachten Parkplätze immer häufiger besetzten.

Dieses Problem besteht in Zollikofen bis heute, es hat sich sogar noch weiter verschärft. «Ja, wir erhalten immer wieder Rückmeldungen zu Gratisparkierern in den Quartieren», sagt Gemeindepräsident Bichsel. Genau solchen Meldungen gelte es nachzugehen, um die dringendsten Anliegen zu behandeln.

«Wir wollen mit der kommenden Parkplatzbewirtschaftung die Anwohner und das Gewerbe bevorzugt behandeln», so Daniel Bichsel. ­Solche anwohnerfreundliche Massnahmen würden etwa mit Parkkarten und blauen Zonen ­erreicht. «Bis der Entscheid des Kantons steht, werden verwaltungsintern weitere Abklärungen zur konkreten Umsetzung der Parkplatzsituation vorgenommen.»

Es deutet also einiges darauf hin, dass auch die letzte Parkier­oase in der Agglo Bern bald verschwinden dürfte.

Berner Zeitung

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