Schulanlage: Eine erste Hürde ist genommen

Rüegsau

Die Planung von ­Erneuerung und Erweiterung der Schulanlagen kann be­ginnen. Die Bevölkerung sagt Ja zum Kredit. Das Abstimmungsergebnis stimmt aber nachdenklich.

So soll die Schulanlage in Rüegsau einst aussehen.

So soll die Schulanlage in Rüegsau einst aussehen.

(Bild: zvg)

Martin Burkhalter@M_R_Bu

Die Rüegsauerinnen und Rüegsauer genehmigten am Sonntag an der Urne den Planungskredit von 690 000 Franken für die Erneuerung und die Erweiterung der Schulanlagen. Dies mit 55 Prozent Ja- zu 45 Nein-Stimmen bei einer Stimmbeteiligung von 26,6 Prozent.

Damit dürfte den verantwortlichen Gemeinderäten ein Stein vom Herzen fallen. Denn die Schulgebäude sind dringend sanierungs- und wegen künftig höherer Schülerzahlen ausbaubedürftig. Eine Analyse hat ergeben, dass es bis 2020 Platz für mindestens fünf neue Klassen braucht. Die Gemeinde hat also keine Zeit mehr zu verlieren.

Enttäuschende Beteiligung

In diesem Sinne ist das Ergebnis erfreulich für die Verantwortlichen. Schaut man aber genauer hin, ist es auch eines, das nachdenklich stimmen müsste. Eine Stimmbeteiligung von nicht einmal 27 Prozent ist wenig. Das sieht auch Gemeindepräsident Fritz Rüfenacht so und zeigt sich enttäuscht.

«Wir können uns das nicht wirklich erklären», sagt er. «Ich weiss nicht, wieso sich so ­wenig für ein Projekt von dieser Tragweite zu interessieren ­scheinen.»

Aber es ist nicht nur die geringe Stimmbeteiligung, die aufhorchen lässt. Das Ergebnis ist auch knapp. 55 Prozent, also 357 Ja-Stimmen, sind kein Glanzresultat. Die Angst, dass sich die Gemeinde mit dem Projekt, das furchteinflössende 17 Millionen kosten soll, in eine finanzielle Misere steuert, ist vorhanden.

Viel teurer als angenommen

Das Stimmvolk hat den Planungskredit trotzdem genehmigt und macht möglich, dass das Ende einer schier unendlichen Geschichte immerhin in Sicht kommt: Das Projekt ist in der Gemeinde bereits seit dem Jahr 2000 Thema, verschwand aber aus finanziellen Gründen in der Schublade.

Nach einer Schulraumanalyse nahm es 2012 wieder Fahrt auf. 2013 bewilligte die Bevölkerung an der Gemeindeversammlung einen Planungskredit von 650 000 Franken. Damals ging man noch von Kosten in Höhe von 7 Millionen Franken für das gesamte Projekt aus.

Doch im Mai 2016 informierten die Behörden darüber, dass das Projekt teurer wird. Plötzlich war die Rede von 15 bis 17 Millionen Franken, vor allem weil man feststellte, dass die Gebäude in einem viel schlechteren Zustand sind als angenommen und es grundsätzlich mehr Platz braucht wegen höherer Schülerzahlen.

An der Informationsveranstaltung letzten März mussten die Verantwortlichen der Bevölkerung abermals kundtun, dass das ursprüngliche Projekt so nicht realisierbar sei und nochmals überarbeitet werden müsse. Neu kommt das Projekt schlanker daher, kostet aber immer noch mindestens 17 Millionen Franken.

Diese letzten Änderungen waren der Grund für die Urnenabstimmung. Denn der bereits genehmigte Planungskredit von 650 000 Franken hat sich um ­weitere 690 000 Franken erhöht. Weil dieser so total auf über eine Million ansteigt, musste das Volk an die Urne.

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