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LeserreaktionenAnstand und Distanz sind für viele Fremdwörter

Meinungen von Leserinnen und Lesern zu aktuellen Themen.

Genug Abstand einzuhalten, ist in der Zeit des Corona-Virus wichtig.
Genug Abstand einzuhalten, ist in der Zeit des Corona-Virus wichtig.
Getty Images

Zu «Ein Paradies für Vandalen und Schwarzfahrer»

Anstand und Distanz sind für viele Fremdwörter

In Zeiten von Corona wird vieles umso offensichtlicher: Für viele Menschen ist Anstand ein Fremdwort. Ich benutze den ÖV beinahe täglich und erlebe unzählige Personen, die null Rücksicht auf die anderen nehmen. Auf den Treppenstufen wird gesessen, es wird gehustet und geniest, ohne dabei Hand oder Ellenbogen zum Schutz vor Mund und Nase zu halten, es tummeln sich Personen in der 1. Klasse, die ganz offensichtlich kein solches Billett besitzen. Distanz ist für viele ein Fremdwort. Es ist höchste Zeit, dass in den Zügen, Trams und Bussen wieder Kontrollen durchgeführt werden, damit wenigstens ein Teil dieser Ärgernisse wieder verschwinden.Annegret Friedli, Büren an der Aare

Zu «Greta? Welche Greta?»

Der Klimastreik macht die Wirtschaft zukunftstauglich

Eine Rückkehr zur Krise vor der Krise? Eine Wirtschaft, welche die Grenzen des Planeten respektiert, ist schlicht notwendig, wenn wir Wohlstand und vernünftigen Konsum für möglichst viele Menschen erhalten wollen. Denn das Umwelt- respektive Klimaproblem ist kein Problem der uns umgebenden Welt. Es ist dagegen eine tief in die Grundlagen der Institutionen hineinreichende Krise der Industriegesellschaft. Bewegungen wie der Klimastreik, welche unsere Gesellschaft demokratischer, die Wirtschaft zukunftstauglicher machen wollen und hierfür den Dialog mit der Bevölkerung suchen, sind unverzichtbar. Jan Schuller, Bern

Zur Corona-Krise

Wir sollten die Solidarität auch nach der Krise nicht vergessen und trotz inneren Barrieren danach handeln.

José Balmer, Tafers

Auch diese Krise trifft die Armen am meisten

Die Krise lehrt uns Solidarität. Super. Man hört und sieht, wie Menschen anderen helfen, sei es mit Botengängen, freundlichen Worten, lustigen Videos im Netz oder auch mit Spenden von Waren und Geld an soziale Einrichtungen und Hilfswerke. Denn auch diese Krise trifft am meisten die Armen, im eigenen Land und rund um den Globus. Kurz gefasst, lautet die Lektion dieser Zeit: Solidarität macht das Zusammenleben solide, friedlicher und schöner. Wir sollten die Solidarität auch nach der Krise nicht vergessen und trotz inneren Barrieren danach handeln. Das ist gute Normalität. José Balmer, Tafers

Nicht nur auf die körperliche Gesundheit achten

Die Gesundheit wird als Zustand des körperlichen, psychischen und sozialen Wohlbefindens definiert. Was nun in der Corona-Zeit erschreckt, ist die Tatsache, dass ganz offensichtlich nur auf die körperlichen Aspekte geachtet wird. So werden betagte Menschen in Alters- und Pflegeheimen eingesperrt, ohne dass von Anfang an Wege aufgezeigt wurden, wie ihre psychischen und sozialen Bedürfnisse gestillt werden könnten. Kennen unsere Experten des Bundesamts für Gesundheit diese wichtige Definition von Gesundheit nicht?Sabina Geissbühler-Strupler, Herrenschwanden

Konzentration auf Reichtum und Globalisierung

Nach der Coronavirus-Pandemie wird ein unangenehmes Erwachen prognostiziert. Da wird von Rezession und Arbeitslosigkeit, von Verschuldung und Armut gesprochen. Vor allem aber auch von Ängsten und Depressionen. Durch unsere Konzentration auf Reichtum und Globalisierung sind wir langsam träumend von Gott weggelaufen. Wer hat schon Gott nötig, wenn er alles hat, was er braucht? Könnte es sein, dass Gott diese Seuche nicht verursacht hat, aber zugelassen hat, um uns die Chance zu geben zu erwachen?Rolf Kuhn, Riggisberg

Wären Reserven und Versicherungen sinnvoll?

Die Corona-Krise hat deutlich aufgezeigt, welche wirtschaftliche Aktivitäten lebensnotwendig sind. Ganz ähnlich dürfte sich die Situation bei einer normalen Konjunkturabschwächung präsentieren. Wer Eigenverantwortung hochhält, muss sich deshalb die Frage stellen, ob es nicht für jene Branchen, die krisen- und konjukturanfällig sind, sinnvoll wäre, dafür obligatorische Reserven oder Versicherungen vorzuschreiben. Damit müsste der Staat nicht jedes Mal als Notretter bemüht werden.Alex Schneider, Küttigen