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LeserreaktionenAlte werden von der Prävention ausgeschlossen

Meinungen von Leserinnen und Lesern zu aktuellen Themen.

Die Contact-Tracing-App soll feststellen, ob es zu Kontakten mit infizierten Personen gekommen ist. Werden älterer Menschen dabei benachteiligt?
Foto: Denis Balibouse, Reuters

Zu «Keine digitale Stasi»

Von der Prävention ausgeschlossen

Ich gehöre mit 73 Jahren der Risikogruppe an. Betreffend digitale Kommunikationstechnologie habe ich mich bemüht, einigermassen auf dem aktuellen Stand zu bleiben. Es gibt aber viele Menschen in dieser Gruppe, die kein Smartphone in der Tasche haben. Diese besonders gefährdeten Leute schliesst man mit der Corona-App einfach von der Ansteckungsprävention aus. Dies ist moralisch fragwürdig, wenn nicht gar unverantwortlich. Im Gegenzug hätte man diese Risikogruppe wenigstens mit einer Maskentragpflicht belegen sollen, wenn sie sich unter die Leute begeben. Alain Bersets «ein bisschen cooler werden» heisst nicht «lauere».

Daniel Kammermann, Spiez

Zitat des Tages

«Alain Bersets ‹ein bisschen cooler werden› heisst nicht ‹lauere›.»

Daniel Kammermann, Spiez

Zu «Die Spielregeln sind noch nicht gemacht»

Alte Bremsargumente

Es ist Tatsache, dass Klimamassnahmen immer als zweitrangig erachtet werden. Das Parlament beweist dies bei der Luftfahrtrettung eindrücklich. Die bisherigen Massnahmen des Bundesrats zur Linderung der Corona-Folgen waren notwendig und verständlich. Beim Thema Luftfahrt prallen nun aber die zwei Themen mit Katastrophenpotenzial – Corona und Klima – direkt aufeinander. Der Klimawandel hat ebenso das Potenzial, zur globalen Katastrophe zu werden. Und zwar nicht nur langfristig, sondern für Millionen von Menschen bereits heute. Die Corona-Krise zeigt, dass man rasch und massiv handeln kann, wenn es notwendig ist. Beim Klimaschutz werden aber weiterhin die alten Bremsargumente aufgetischt. Bei allen Corona-Nothilfen werden Bedingungen festgeschrieben, das ist auch richtig. Warum soll ausgerechnet die einmalig hohe Luftfahrtnothilfe praktisch ohne Bedingungen gewährt werden?

Hans-Ruedi Schmutz, Seedorf

Das Klima wird uns bald überholen

«Das Klima muss warten», ist einfach eine widersinnige Aussage. Denn das Klima lässt sich nicht vorschreiben zu warten, nicht einmal von der Schweizerischen Bundesversammlung. Unsere Nachkommen werden es uns danken, dass wir so weitsichtig auf ihre Kosten investiert haben. Würden wir die Rettungsgelder für die Luftfahrt als Anstossfinanzierung für klimafreundliche Projekte verwenden, hätten unsere Kinder und Kindeskinder wenigstens die Chance, noch etwas intakte Natur zu erleben. Aber es ist schon sehr spät, und das Klima wartet nicht, sondern ist daran, uns zu überholen.

Hans Feller, Meiringen

Zum Interview mit YB-Sportchef Christoph Spycher «Abbruch der Saison wäre katastrophal»

Chance für Reformen

Der Schweizer Profifussball benötigt zum Überleben bis September ca. 250 Millionen Franken. Das sind bei 20 Proficlubs rund 12,5 Millionen pro Club. Entgegen Christoph Spycher glaube ich, dass ein Meisterschaftsabbruch sogar eine Riesenchance für den Profifussball wäre, sich zu reformieren und neu zu starten. Salary-Cap, Beraterhonorare bezahlen die Spieler, Abschaffung der Transfersummen, Ausbildungsentschädigungen an Ausbildungsvereine, das sind nur einige der benötigten Reformen. Ohne innovative Reorganisation ist jeder Franken vom Staat sinnlos vernichtetes Steuergeld. Der Amateur- und Jugendfussball wird durch einen Abbruch der Profimeisterschaft, wenn überhaupt, nur minim beeinträchtigt. Die meisten Junioren spielen nicht in Proficlubs, sondern in den kleinen Amateurvereinen.

Rudolf Lanzrein, Gwatt

Zu «Wer steckt hinter den «Corona-Rebellen»?»

Ein Schlag ins Gesicht

Für alle, die sich wie ich an die Regeln und Empfehlungen halten, sind diese Demonstrationen ein Schlag ins Gesicht. Diese Rücksichtslosigkeit und Ignoranz sind nicht zu überbieten. Diese Personen nehmen in Kauf, sich und somit auch andere anzustecken. Grundrecht zum Demonstrieren hin oder her, wo bleibt da der gesunde Menschenverstand? Ich befürchte, dass wir durch solches und ähnliches Verhalten noch sehr lange mit dem Virus zu kämpfen haben werden.

Elsbeth von Ballmoos, Schüpbach