Alpines Museum blickt in die Wasser-Zukunft

Die Schweiz gilt als Wasserschloss, doch wiederkehrende Hitzesommer und schneearme Winter stellen diese Vorstellung infrage. Das Alpine Museum in Bern nimmt sich der Thematik an.

Thunersee, Spiezerbucht und der Niesen: Ein Bilderbuchbeispiel für das Wasserschloss Schweiz.

Thunersee, Spiezerbucht und der Niesen: Ein Bilderbuchbeispiel für das Wasserschloss Schweiz.

(Bild: Bruno Petroni)

Gesellschaftliche Entwicklungen und der Klimawandel werden auch in der Schweiz die Verfügbarkeit von Wasser beeinflussen. In einer Sonderausstellung wagt das Alpine Museum in Bern einen Blick in die Zukunft.

Die Ausstellung «Wasser unser» verbindet wissenschaftliche Fakten mit literarischer Fiktion. Ausgehend vom heutigen wissenschaftlichen Erkenntnisstand entwickelten vier zeitgenössische Autorinnen Entwürfe für die Wasserzukunft der Schweiz, wie das Alpine Museum in einer Mitteilung vom Dienstag schreibt.

Einer der Zukunftsentwürfe geht beispielsweise davon aus, dass in der Zukunft ein Wasserchip laufend Daten zum persönlichen Wasserverbrauch sammelt. Ein anderer Zukunftsentwurf zeichnet ein Bild, in dem sich der Wintersport auf ein einziges Mega-Skigebiet im Hochgebirge reduziert - weil nur noch dort Schnee fällt.

Der menschliche Einfluss auf das Klima ist klar. Extreme Wetterereignisse, die sich heute alle fünfzig oder hundert Jahre ereignen, könnten künftig viel häufiger auftreten.

«Eigentlich geschieht nichts»

Die zunehmenden Wetter-Extremereignisse sind aber nur ein Teil, in dem die Wissenschaft für die Schweiz Auswirkungen des Klimawandels lokalisiert. Berge ohne Eis und Schnee und die daraus resultierenden Nutzungskonflikte sind ein anderer.

Die wissenschaftlichen Fakten zu den bevorstehenden Veränderungen werden nicht mehr angezweifelt. Und dennoch: «Eigentlich geschieht wenig bis nichts», wird Rolf Weingartner, Hydrologe am Oeschger-Zentrum für Klimaforschung der Universität Bern, in der Mitteilung des Museums zitiert. Der Transfer von der Wissens- zur Handlungsebene finde kaum statt.

Hier will die neue Sonderausstellung des Alpinen Museums ansetzen, denn auch in der wasserreichen Schweiz brauche es eine aktive Auseinandersetzung mit den Thema, schreibt das Museum. Im Spiel mit Möglichkeiten fragt «Wasser unser» nach unserer Beziehung zum Wasser in der Gegenwart.

Jugendliche angesprochen

Die Ausstellungsbesucher können Fragen, Erfahrungen, Wünsche, Hoffnungen und Ängste rund um das Wasser formulieren und in einer Boje deponieren. Diese «Zeitkapsel» soll dann auf dem Lage della Piazza am Gotthard ausgewassert werden und als hoffnungsvolles Symbol an die notwendige Sorge um das Wasser erinnern.

Die Sonderausstellung öffnet am Freitag ihre Tore und dauert fast ein Jahr, nämlich bis am 17. September 2017. Verschiedene Persönlichkeiten wie etwa Autorin Ruth Schwickert geben in dialogischen Führungen Einblick in ihre Gedanken und ihr Engagement zum Thema Wasser. Ein Set an kulturellen Veranstaltungen führt Besucher an ungewöhnliche Wasserorte - wie etwa ein Pumpwerk oder ein Hallenbad.

Wichtigste Adressaten der Ausstellung sind nach Angaben des Alpinen Museums Jugendliche, die die Wasser-Zukunft des Landes wesentlich prägen werden.

mb/sda

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