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Leserreaktionen«Acht Millionen für den Vatikan? Ich glaube, ich spinne!»

Leserinnen und Leser äussern sich zu aktuellen Themen. Unter anderem zum Beitrag an die neue Kaserne für die Schweizergarde.

Welchen Stellenwert hat die Schweizer Garde heute noch? (Archivbild)
Welchen Stellenwert hat die Schweizer Garde heute noch? (Archivbild)
Monika Flückiger

Zu «Schweizer Millionen für neues Zuhause der Gardisten?»

Man versteht die Welt nicht mehr. In Zeiten von Corona, in der die Wirtschaft auf finanzielle Hilfe vom Staat wartet, will der Bundesrat dem Vatikan – einem der reichsten Staaten der Welt – acht Millionen für eine neue Kaserne für die Schweizergarde schenken. Dass diese Idee von der katholischen Bundesrätin Amherd kommt, ist noch verständlich. Unverständlich ist, dass sie von SVP-Bundesrat Ueli Maurer angeblich unterstützt wird. Man muss sich fragen, wie lange die Bevölkerung dieses Verschenken von Steuergeldern ins Ausland noch tatenlos hinnimmt. Wenn der Vatikan nicht in der Lage ist, seinen Gardisten eine würdige Unterkunft zu bieten, so soll er die Garde, die heute nur noch dekorativen Zwecken dient, abschaffen. Es wird immer behauptet, sie sei für die Sicherheit des Papstes zuständig. Blödsinn, die Garde leistet hauptsächlich Pförtner- und Portierdienste. Fritz Rohrbach, Köniz

Den Titel liest man mindestens zweimal, weil man seinen Augen nicht traut. Millionen von Schweizer Steuergeldern für Gebäude im Vatikan? Ich glaube, ich spinne! Erstens geht es um die steinreiche katholische Kirche. Zweitens ist der Vatikan der Sitz des Papstes und nicht der eines Schweizer Botschafters. Drittens ist die Beherbergung ein Teil des Lohns eines Gardisten. Viertens und nicht letztens hat es in der Schweiz ca. 3 Millionen Katholiken. Weltweit geht es um Hunderte von Millionen. Angeblich kostet die Kaserne 55 Millionen. Man rechne (ganz konservativ): 3 Millionen ist 1 Prozent von 300 Millionen Katholiken, von 55 Millionen Franken wären das 550’000. Wie um des Papstes Willen kommt man auf 8 Millionen? Mark Gasche, Kirchberg

Zum Debakel mit der Schulplattform Base4kids

Als jemand, der genau an dieser Schnittstelle zwischen IT und Kunden arbeitet, erstaunen mich die Probleme in diesem Projekt nicht. Die relativ starren Ausschreibeverfahren der öffentlichen Hand mit Fokus auf klar definierte Spezifikationen eignen sich nicht für komplexe IT-Vorhaben. Hier bietet sich ein verzahnter Entwicklungsprozess an, wo Kunde und IT-Unternehmen eng miteinander daran arbeiten, das Richtige zu entwickeln. Das ergibt sich oft erst im Prozess und unter Einbindung der Nutzerinnen und Nutzer. Der Prozess muss leicht, wendig und anpassungsfähig sein. Als Vater von zwei Kindern in Bern freut es mich, dass die Stadt die Probleme genau analysiert hat und handelt. Ich begrüsse die Transparenz und das mutige Anpacken, mit dem Franziska Teuscher die Probleme angeht. Genau das wird bewirken, dass zukünftig auf eine agile Umsetzung von Grossprojekten gesetzt wird – und wir so bessere Resultate erhalten. Tim Rutishauser, Bern

Zum Black Friday

Es ist für mich unbegreiflich, dass Grossverteiler und Fachgeschäfte trotz der Corona-Zeit am Event Black Friday festhalten. Da viele Angebote mit «nur solange Vorrat» oder «beschränkte Anzahl» ausgeschrieben sind, müssen Leute, welche profitieren möchten, sich am Freitagmorgen sofort auf die Waren stürzen. Es wird so an einem Tag in oder vor den Verkaufsläden zu mehr unkontrollierbaren Kontakten kommen, als in der ganzen Saison bei allen Fussballmatches, Eishockeyspielen, Bergbahnfahrten, Theater- und Museumsbesuchen bei uneingeschränktem Zulass zusammengekommen wären. Das ist verantwortungslos. Die Manager sollten den Black Friday sofort stoppen. Mein Vorschlag: In Inseraten hätten die Firmen garantieren können, dass alle Aktionen bis zum 7. Dezember gültig sind und dass ein Ansturm am Black Friday nicht wünschenswert sei. Ueli Strupler, Kirchlindach

Zur Verkehrssanierung «Emmentalwärts» in Burgdorf

Für diese verknorzte, sogenannte «Verkehrssanierung» gibt es nur eines: Abbruch der Übung und zurück auf Feld 1. Anschliessend mit der Planung in Richtung einer neuen Umfahrungsstrasse westseitig von Burgdorf und Oberburg beginnen, wie schon vor Jahren angedacht war. Über eine Umfahrung wird schon seit mehr als 50 Jahren diskutiert; wenn mit der Neuplanung noch einmal ein paar Jahre dazu kommen, spielt das auch keine Rolle mehr. Eine echte Umfahrung ist eine in die Zukunft gerichtete, gute Lösung, auch für kommende Generationen. Die etwa doppelt so hohen Kosten sind für eine gute Lösung gerechtfertigt. Das Projekt «Emmentalwärts» ist nur ein riesiger Aufwand, aber keine Lösung des Verkehrsproblems in der Region Burgdorf und bringt nur Verunstaltungen der Ortsdurchfahrten Burgdorf und Oberburg mit sich. Zudem verschieben sich die Staus nur von den Bahnübergängen zu den Kreiseln.​ Markus Baumberger, Koppigen

1 Kommentar
    Dan

    Bezahlen dies die Schweizer Katholiken mit den Einnahmen aus der Kirchensteuer?