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Jeder Dritte bleibt nur wegen des Geldes verheiratet

Viele Schweizer verzichten auf eine Trennung – nicht wegen der Gefühle, sondern aus finanziellen Gründen. Dies belegt eine neue Erhebung.

Geld oder Liebe? Ein Mann und eine Frau sitzen am Ufer der Aare beim Freibad Marzili in Bern am 6. Juli 2015.
Geld oder Liebe? Ein Mann und eine Frau sitzen am Ufer der Aare beim Freibad Marzili in Bern am 6. Juli 2015.
Thomas Hodel, Keystone

Liebe hält Paare zusammen. Die Beziehung hält normalerweise, bis der Frust die Paare scheidet. Doch nun zeigt eine neue Erhebung: Viele Schweizer verzichten heute auf eine Trennung, um Geld zu sparen oder weil sie sich eine Trennung gar nicht leisten können.

1000 Personen hat Intrum Justitia, die grösste Inkassofirma der Schweiz, befragt. die noch unveröffentlichte Erhebung, die der SonntagsZeitung vorliegt zeigt: 30 Prozent der Befragten gaben an, dass ihre finanzielle Situation der Grund sei, die Beziehung nicht zu beenden. «Fast jeder dritte Schweizer», so das Fazit des Berichts, «kann sich eine Trennung nicht leisten.»

Lebensstandard wichtiger als Liebe

Der internationale Vergleich zeigt: Nur bei den Franzosen ist das Geld noch häufiger der Beziehungskitt. «Schweizer Paare haben sich häufig so eingerichtet, dass sie mit dem Einkommen von beiden durchkommen, und haben den Lebensstandard entsprechend angepasst», sagt Anwalt Daniel Ordas von der Advokatur und Rechtsberatung Trias in Basel, Zürich und Bern. Eine Trennung führe dazu, dass finanziell zurückbuchstabiert werden muss. Davor schrecken viele zurück. «Die Ansprüche an den Lebensstandard sind heute oft höher als die Ansprüche an die Wolke sieben», sagt Ordas.

Es braucht keine teuren Rosenkriege für angespannte Finanzen. Teuer sind vor allem die Kosten, die für getrennte Haushalte anfallen. «Die Synergieersparnis der Beziehung fällt weg», sagt Anwalt Ordas. «Das liegt häufig nicht drin ohne massive finanzielle Einschränkungen oder gar einem Sturz in die Armutsfalle.»

Das bestätigt die Statistik des Dachverbands Schuldenberatung Schweiz: Bei 25 Prozent der überschuldeten Haushalte waren letztes Jahr erhöhte Ausgaben nach einer Trennung der Grund für Ebbe in der Kasse. Wie der Report von Intrum Justitia weiter zeigt, sind auch die Steuern und die Gesundheitskosten Faktoren für finanzielle Probleme. Ein Drittel der Befragten befürchtet zudem, dass nach Bezahlen aller Rechnungen kein Geld mehr übrig bleibt.

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