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Menschenhandel in Gstaad90 Frauen putzten teilweise unter «sklavenähnlichen» Bedingungen

Ein im Saanenland wohnhaftes Ehepaar sitzt seit Januar wegen Verdachts auf Menschenhandel in Untersuchungshaft. Die Dimension des Falls schockiert.

Der für seine Diskretion berühmt-berüchtigte Nobelskiort Gstaad war für das serbische Ehepaar jahrelang das ideale Geschäftsumfeld.
Der für seine Diskretion berühmt-berüchtigte Nobelskiort Gstaad war für das serbische Ehepaar jahrelang das ideale Geschäftsumfeld.
Foto: Getty Images

Es ist eine der umfangreichsten Ermittlungen wegen Menschenhandel in der Schweizer Justizgeschichte. Im Januar nahm die Berner Kantonspolizei ein serbisches Ehepaar an seinem Wohnsitz im Saanenland fest. Die beiden sollen während mehrerer Jahre und systematisch serbische Frauen aus schlechten wirtschaftlichen Verhältnissen in die Schweiz gelockt haben, um sie hier illegal zu beschäftigen. Die Frauen mussten in Gstaad Putzarbeiten in Chalets und Hotels verrichten – laut Anklage wurde ihnen dabei teilweise auch der Pass weggenommen.

Diese Zeitung berichtete im September erstmals ausführlich über den Fall. Damals stützte sich die Anklage der Staatsanwaltschaft noch auf die Zeugenaussagen von drei direkt betroffenen Frauen sowie Personen aus dem nachbarschaftlichen Umfeld des Ehepaars. Ein neues Obergerichtsurteil – der Ehemann hat gegen die Verlängerung seiner Untersuchungshaft erneut Beschwerde eingelegt – zeigt nun aber, dass die Dimension des Falles noch viel grösser ist, als bisher bekannt war.

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