60 bittere Minuten gegen das Team der Stunde

Ein verkorkster Abend endet für Wacker Thun in einer 24:29-Niederlage gegen Suhr.

Gestoppt: Ivan Wyttenbach.

Gestoppt: Ivan Wyttenbach.

(Bild: Patric Spahni)

Zeitzeugen erinnern sich. Am 15. März 2006 schlug Suhr die Thuner in deren Halle. Es sollte für eine halbe Ewigkeit das letzte Mal sein. 16 Gastspiele absolvierten die Aarauer in der Zwischenzeit im Berner Oberland. Sie verloren sie alle. Es gab knappe Niederlagen und Kanterpleiten, aber nie auch nur einen Zähler. Am Donnerstag siegte der Meister von 2000 erstmals wieder im Lachen. 29:24 bezwangen die Besucher die Hausherren. Und Martin Rubin, Wackers Coach, muss konstatieren: «Sie waren uns in allen Belangen überlegen.»

Der Cupfinalist hatte in den ersten Aktionen einen guten Eindruck hinterlassen. Binnen weniger Minuten kassierte er danach gleich drei Strafen, sodass er oft in Unterzahl agieren musste. Einen Rückstand handelte er sich da ein, und das brachte ihn sichtbar aus dem Konzept. 4:9 lag er ein wenig später im Hintertreffen, gleich mehrere Grosschancen waren nicht genutzt worden. «Es gelang uns nie, in den höchsten Gang zu schalten», sagt Captain Jonas Dähler.

Die Partie gegen den BSV Bern hatten die Oberländer vorab deswegen gewonnen, weil diejenigen, die mittun konnten, fast ausnahmslos überzeugten, sodass sie jene, die fehlten, kaum vermissten. Am Donnerstag erreichte kein einziger Aufbauer Normalform. Nicolas Raemy etwa, in Gümligen überragend, war mit bloss einem seiner sieben Würfe erfolgreich und verzeichnete drei technische Fehler. Die Thuner hatten zunehmend Mühe, überhaupt dorthin zu gelangen, wo man gewöhnlich Tore erzielt. Die dynamischen Damien Guignet und Nicolas Suter hätten da vielleicht helfen können.

Alte und neue Mittel

Das Überzahlspiel, das zuletzt so sehr überzeugt hatte, verfehlte die Wirkung komplett – auch weil die Kreisläufer kaum zur Geltung kamen, wie die Rückraumakteure und Keeper Marc Winkler einen schlechten Tag einzogen. «Was mir zu denken gibt, ist, mit wie wenig Selbstvertrauen meine Spieler aufgetreten sind», erzählt Rubin.

Die Aargauer bestätigten in der Lachenhalle, den Rückstand zu den Topclubs verringert zu haben. Sie präsentierten sich als der erwartet geschickt verteidigende Gegner und demonstrierten, dass sie die in den letzten Saisons oft zutage getretenen spielerischen Defizite ablegten. Sie konnten es sich gar leisten, den einst im Oberland engagierten Serben Nikola Isailovic nur punktuell einzusetzen. Gleich mehrere Ausländer beschäftigt Suhr; das ist ein Ausdruck hoher Ambitionen. Zu Beginn der Finalrunde schlugen die Aargauer erst die Kadetten und nun Wacker, womit sie die Thuner überholten und Rang 3 einnehmen. Sie sind das Team der Stunde.

Pfadi Winterthur empfängt Wacker demnächst, danach gehts in Schaffhausen gegen die Kadetten. Das ist kein dankbares Programm für einen Club, der gerade eine empfindliche Niederlage kassiert hat.

Wacker - Suhr 24:29 (12:16)

690 Zuschauer. – Wacker: Winkler/Wick; Holm (6), Raemy (1), Dähler (6), Lanz (5), Wyttenbach (6), Friedli, Simon Huwyler, Gruber, Stefan Huwyler, Krainer, Caspar.

Berner Oberländer

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