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Kommentar zur angekündigten Preiserhöhung40 Rappen mehr für den Kafi?

Wie viel darf eine Tasse Kaffee kosten? Und, fast noch wichtiger, was darf man dafür erwarten?

Geht es nach Cafetier Suisse, soll die Tasse Kaffee bald rund 10 Prozent mehr kosten.
Geht es nach Cafetier Suisse, soll die Tasse Kaffee bald rund 10 Prozent mehr kosten.
Foto: Christoph Ruckstuhl (Keystone)

4.25 Franken kostet die Tasse Kaffee in der Schweizer Gastronomie derzeit durchschnittlich. Doch wegen Corona, so lässt Cafetier Suisse verlauten, dürfte der Preis 2021 heftig ansteigen: «Spürbare Preiserhöhungen von bis zu 10 Prozent könnten im kommenden Jahr nötig werden», hiess es an der Jahresmedienkonferenz des Interessenverbandes. Da bleibt einem erst das Kaffeelöffeli quer im Hals stecken – bis man nachdenkt und nachgibt: Ja, könnt ihr machen!

Aber der Kunde ist König und bestimmt die Bedingungen: Ich bezahle die 40 Rappen zusätzlich sehr gerne, wenn ich beim Reinkommen freundlich begrüsst werde. Und der Tisch mit einem Lappen von den Gipfelibrösmeli befreit wird, bevor ich mich setze.

Wenn das Löffeli sauber glänzt, weil es nach der Spülmaschine mit einem Tuch abgerieben wurde. Wenn die Tasse keinen Hick hat, an dem ich mir die Lippen aufschneiden könnte. Wenn das Guetsli neben der Tasse hausgemacht ist und ich auf Wunsch statt ein «Rähmli» auch Vollmilch (oder sogar einen laktosefreien Ersatz) dazu bekomme.

Hingabe fürs Metier möchte ich.

Kommt das Wichtigste: Was in der Tasse dampft, sollte mehr als nur das Grundbedürfnis nach Koffein befriedigen. Da erwarte ich ausgewählte Bohnen, vielleicht sogar aus fairem Handel, die in ein präzise eingestelltes Mahlwerk kommen. Und die danach in einer gepflegten Kaffeemaschine zum Getränk werden, nicht in einem sogenannten Vollautomaten, bei dem das Personal hinter dem Tresen nur auf einen Knopf drückt. Zusammengefasst: Hingabe fürs Metier möchte ich.

Auch ich habe nachgerechnet: Wenn ich fünf Tage die Woche morgens je einen Kaffee trinke, werde ich künftig wohl etwa 100 Franken mehr pro Jahr bezahlen müssen. Und, nochmals, ich tus, wenn die Cafetiers ihren Teil auch machen. Denn Gastgeber sein – wie auch Gast – ist eben mehr als nur Taschenrechnerei!

65 Kommentare
    P. Milraux

    Viele Leute drinken schon heute keinen Kaffee mehr nach dem Mittagessen denn 5 Fr ist wirklich zuviel.