Wenn Wölfli vom Hasen erzählt

Köniz

Am ersten Schweizer Vorlesetag hatte auch Marco Wölfli einen Auftritt. Der frischgebackene YB-Meistergoalie und Wahlkönizer las Kindern aus einem Bilderbuch vor. In der Bibliothek herrschte Ausnahmezustand.

Er kann nicht nur Penaltys parieren: Marco Wölfli gab am Schweizer Vorlesetag den Erzähler.

Er kann nicht nur Penaltys parieren: Marco Wölfli gab am Schweizer Vorlesetag den Erzähler.

(Bild: Raphael Moser)

Christoph Albrecht

Publikumsliebling war er bei den Young Boys schon immer. Seit dem 28. April 2018 ist YB-Tor­hüter Marco Wölfli nun auch Clublegende. Nach 32 Jahren holte der Verein – auch dank Wölflis bereits jetzt legendärer Penaltyparade – den Meisterpokal endlich wieder in die Bundesstadt.

Dass der 35-Jährige nicht nur Geschichte schreiben, sondern auch Geschichten vorlesen kann, bewies er am Mittwochnachmittag. Anlässlich des ersten nationalen Vorlesetages konnte die Bibliothek in Köniz den Meistergoalie als Erzähler gewinnen. Der YB-Held als Märlionkel?

Logisch, dass sich diese Gelegenheit viele Kinder nicht entgehen lassen wollten. In Scharen und teilweise im kompletten YB-Dress pilgerten sie in die Bibliothek und quetschten sich mit offenen Mündern auf den Teppichboden oder auf die Treppe.

Proppenvolle Bibliothek

Der hohe Besuch und der damit verbundene Ansturm brachte selbst die Organisatoren ins Schwitzen. Weil der Raum derart voll war und viele Kids ihren Star schon vor dem Auftritt mit Autogrammwünschen belagerten, liess man Marco Wölfli spontan vor dem eigentlichen Start mit dem Vorlesen seines mitgebrachten Bilderbuches «Grododo» beginnen.

Dieses handelt von einem Hasen namens Cäsar, dem es eines Nachts partout nicht ge­lingen will einzuschlafen, weil ihn trotz seiner Rituale immer wieder etwas aus dem Schlaf reisst – und ihn das zusehends auf die Palme bringt.

Das Buch habe er gewählt, um die Kinder zum Lachen zu bringen, sagte Wölfli. Das gelang dem zweifachen Vater durchaus. Wie man es von ihm auf dem Kunst­rasen gewohnt ist, legte er sich auch auf dem Stoffsessel ins Zeug, piepste und brummte dort, wo in der Geschichte entsprechende Figuren vorkamen.

Laut den Organisatoren hat sich der Wahl­könizer am Vorabend sogar noch leicht nervös erkundigt, ob er besser auf Hochdeutsch oder in Mundart vorlesen solle.

Eine Stunde Autogramme

Dass nebst Wölfli unter anderem auch Musiker Lorenz Hasler oder Feuerwehrmann Freddy Balsiger vorlasen, verkam am Mittwoch zur Nebensache. Bei ihren Auftritten war der Grossteil des jungen Publikums längst nach draussen gestürmt. Dort gab der Goalie nach seinem zehnminütigen Auftritt noch Autogramme – eine volle Stunde lang.

Berner Zeitung

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