«Ich spielte, obwohl meine Hand gebrochen war»

Er provoziert, er wird provoziert – in der Playout-Serie zwischen Langnau und Biel dreht sich vieles um Tigers-Topskorer Chris DiDomenico. «Die Devise ist klar: Haut mich einer, haue ich zurück», sagt der 27-jährige Kanadier.

Tigers-Topskorer Chris DiDomenico.

Tigers-Topskorer Chris DiDomenico.

(Bild: Keystone)

Philipp Rindlisbacher

Wie fühlt es sich an, das Bieler Feindbild zu sein?Chris DiDomenico: Gut!

Nach dem 3:1-Auswärtssiegliefen Sie der Bieler Fankurve entlang, stichelten mit Gesten wie ein kleiner Bub . . . Die Fans machen, was sie machen müssen. Ich mache, was ich machen muss.

Sie mögen es doch sehr, zu provozieren? Klar, das bereitet mir grossen Spass. Ich sah diese lustigen Plakate im Publikum mit den Sprüchen gegen mich, daraus schöpfte ich zusätzliche Motivation. Ich antwortete den Leuten, indem ich meinen Stock sprechen lasse.

Auf dem Eis wirken Sie zuweilen wie ein Pulverfass, dass zu explodieren droht. Zehn Minuten nach dem Spiel sind Sie die Ruhe selbst. Haben Sie zwei Gesichter? Ich kann gut unterscheiden. Auf dem Eis werde ich meinen Stil sicher nicht mehr ändern. Im Moment fällt es mir ziemlich leicht, cool zu bleiben, obwohl die Bieler konsequent versuchen, mich zum Ausrasten zu bringen. Die Devise ist klar: Haut mich einer, haue ich zurück. Nach dem Spiel fahre ich mit den Emotionen dann schnell hinunter, so spare ich Kraft.

Apropos Kraft: Sie erhalten seit Wochen sehr viel Eiszeit. Spüren Sie keine Müdigkeit? Ich liebe es, viel zu spielen. Wenn ich weniger zum Einsatz käme, würde ich mich unwohl fühlen. Man muss leiden und Schmerzen aushalten können. Diese gehen irgendwann vorbei, im Sommer bleibt genügend Erholungszeit. Ich spielte Anfang Dezember, obwohl meine Hand gebrochen war.

Mit den zwei Siegen über Ostern hat Langnau die Serie gegen Biel gedreht. Wie erklären Sie sich die Leistungssteigerung? Wir spielten zweimal mit grosser Leidenschaft. Jeder warf sich in Schüsse, jeder half dem Spieler neben sich. So sollte es immer sein. Mit dem Auswärtssieg haben wir ein Zeichen gesetzt – es ist jetzt sicher ein Vorteil, können wir am Donnerstag vor unserem fantastischen Publikum alles klar machen.

Sie sind bei den SCL Tigers als unermüdlicher Antreiber ein wesentlicher Faktor. Allerdings haben Sie letztmals Ende Februar ein Tor geschossen. Für mich hat ein Assist mehr Wert als ein Tor, das war schon immer so. Solange wir leidenschaftlich kämpfen wie an diesem Wochenende, ist mir meine Statistik sowieso egal. Dann geht es bald ab Richtung Sommerferien.

Haben Sie schon Pläne für den Sommer geschmiedet? Ja, da verbringe ich wohl etwas mehr Zeit mit meiner Freundin. (lacht)

Berner Zeitung

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