Flugplätze stehen unter Schutz

Meiringen

Das Verteidigungsdepartement VBS hat festgelegt, welche Militärbauten schützens- und erhaltenswert sind. Darunter sind zum Beispiel der Flugplatz Meiringen und die Kasernen Thun sowie die Pferderegieanstalt Schwäbis.

Flugplatz Meiringen: im Hintergrund ein alter Flugplatzhangar, davor ein Häuschen getarnt als Leichtstand/Bunker der Flugplatzverteidigung.

Flugplatz Meiringen: im Hintergrund ein alter Flugplatzhangar, davor ein Häuschen getarnt als Leichtstand/Bunker der Flugplatzverteidigung.

(Bild: Manfred Jaggi)

Die Militärflugplätze von Interlaken und Meiringen sind in zwei neuen Inventaren der schützenswerten Militärbauten aufgeführt. Interlaken ist seit längerem nicht mehr aktiv, Meiringen ist der einzige noch benutzte Kavernenflugplatz der Schweiz. Genau das ist auch der Grund für die Aufnahme in das Inventar: als ganzes System, das seit der ersten Bauphase 1941 noch vorhanden ist. Ein Beispiel für die erhaltenen Elemente sind die Leichtstände (Bunker), die zur Verteidigung des Flugplatzes Meiringen gegen Boden- oder Luftlandetruppen erstellt worden sind. «Vorrang wurde Einrichtungen gegeben, die voraussichtlich operativ bleiben werden», erklärt Architekt und Spezialist für militärischen Denkmalschutz Maurice Lovisa.

Auf dem ehemaligen Reduit-Flugplatz Interlaken sind speziell die aus unterschiedlichen Epochen stammenden Hangare erwähnt. Es bestehen gute Chancen, diese repräsentativen Bauten bewahren zu können. «An uns liegt es jetzt, die im Inventar festgehaltenen Objekte als bauliche zeugen der Entwicklung zu erhalten und zu pflegen», sagt Ulrich Appenzeller, Leiter Immobilien der Armasuisse.

Kasernen und Baracken

Im zweiten Teilinventar mit dem Thema «Militärische Hochbauten» sind die Kasernen Thun sowie die Pferderegieanstalt im Schwäbis, Steffisburg, zwei gewichtige Themen. Thun nimmt als erster eidgenössischer Waffenplatz eine Sonderrolle ein. Die wuchtige Kasernenanlage (heute Hauptkaserne genannt) stammt aus den Jahren 1863 bis 1867. Sie gehört laut Inventar «zu den frühesten Grossbauten des Historismus» und verschmelze «Elemente der Neurenaissance und der Neugotik zu einem neuen Ganzen». Erwähnung findet auch die Dufourkaserne aus dem Jahr 1939. Weiter werden die Bauten der ehemaligen Pferderegieanstalt im Schwäbis genauer angeschaut. Dort ist heute der Hauptsitz des Vereins Schweizer Armeemuseum und der Stiftung Historisches Armeematerial. Eine Weiterführung der militärhistorischen Geschichte der Anlage von 1850 ist also gesichert. Ebenfalls dem Schutzgedanken unterstellt sind einige typische Bauten der ehemaligen Konstruktionswerkstätte Thun. Ein eigenes Kapitel basiert auf den bekannten Normbaracken der Hoch-&Tiefbau AG aus Interlaken, die als Uninorm-Baracken für die Armee entwickelt wurden, jedoch auch für zivile Nutzungen Anwendung fanden.

Umfangreiche Arbeit

Eine Arbeitsgruppe hat im Auftrag des VBS in den letzten Jahren die ganze Schweiz nach schützenswerten Bauten im Bereich Kampf- und Führungsanlagen durchkämmt. Diese Inventare sind auszugsweise öffentlich im Internet zugänglich. Neben Bunkern und Festungen, die als erhaltenswert eingestuft wurden, gibt es auch zahlreiche Hochbauten (Kasernen, Zeughäuser, Lager) sowie die Anlagen der Luftwaffe (Flugplätze, Kavernen, Radarstationen und Raketenstellungen). Hier taucht aber das Problem auf, dass etliche heute noch aktiv und deshalb klassifiziert sind. Als Abschluss der Arbeit sind die Inventare der Hochbauten und der Luftwaffe erschienen. Diese sind vor allem VBS-intern verbindlich, da sie sich auf Liegenschaften der Eidgenossenschaft beziehen. Jedoch wird so sichergestellt, dass Veränderungen rücksichtsvoll an die Hand genommen werden.

Berner Zeitung

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