Idealisten fahren ab Freitag wieder

Isenfluh-Sulwald

Ab Karfreitag fährt die Luftseilbahn Isenfluh-Sulwald nach einem zweiwöchigen Betriebsunterbruch wieder. Für die Verantwortlichen sind solche Revisionen immer wieder eine finanzielle Herausforderung.

Idealisten am Werk: Landwirt Ueli Wyss montiert das revidierte Laufwerk.

Idealisten am Werk: Landwirt Ueli Wyss montiert das revidierte Laufwerk.

(Bild: Bruno Petroni)

Bruno Petroni

Sie sind reine Idealisten, die Betreiber der Sulwaldbahn. Viele von ihnen leben als Bergbauern, die hartes Anpacken gewohnt sind. So wundert es wenig, dass Landwirt Ueli Wyss die Montage des soeben von der Totalüberholung bei Garaventa in Isenfluh eingetroffene Gehänges der Seilbahnkabine gleich selber an die Hand nimmt.

Höhenangst kennt der Mann jedenfalls keine, hantiert er doch fünf Meter über dem Boden freihändig zuoberst mit dem Schraubenschlüssel am Gussbolzen herum – natürlich gesichert von einem Monteurengurt. Maschinist Werner Feuz hebt mit dem Gabelhubwagen nach und nach die Seilbahnkabine an. Der pensionierte Garaventa-Monteur Peter von Allmen sorgt derweilen dafür, dass denn bei der Montage auch nichts vergessen geht. Und dann ist da noch der erfahrene, stets stoisch ruhige Seilbähnler Ruedi Lauri: Der langjährige Technische Leiter der Schilthornbahn hält dieses verantwortungsvolle Mandat bei der Sulwaldbahn auch nach seiner Pensionierung nach wie vor inne.

Ab Freitag fahrplanmässig

Die Montage der beiden Fahrwerke wird heute abgeschlossen. «Nun stehen noch die Probefahrten an, danach können wir den fahrplanmässigen Bahnbetrieb wieder aufnehmen», sagt Verwaltungsratspräsident Max Dietrich. Will heissen, dass die Bahn ab Karfreitag für die Osterausflügler wieder fährt. Gleichzeitig mit der Seilbahn öffnet auch Irène Wyss, die Betreiberin des Sulwald-Stübli bei der Bergstation, wieder ihren Gastronomiebetrieb. «Die Bahn wird lediglich am 30.April und 1.Mai nochmals zwei Tage Betriebsunterbruch haben, weil dann die technische Prüfung durch das Interkantonale Konkordat für Skilifte und Seilbahnen erfolgt», so Dietrich.

Finanzverwalter gesucht

Die Überholung der beiden Gehänge kostet die Genossenschaft rund 35000 Franken; «eine echte finanzielle Herausforderung für einen Kleinstbetrieb wie uns», sagt Dietrich, dessen neun Maschinisten ihre Einsätze für ein gar bescheidenes Entgelt leisten – echte Idealisten halt eben. «Apropos Finanzen», so schliesst der VR-Präsident, «wir suchen auf den 1.Juni hin noch einen neuen Finanzverwalter.»

Berner Oberländer

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