Eine grosse Ausstellung für kleine Züge

Stadt Bern

Am Freitag beginnt die alljährliche Ausstellung des Berner Modell-Eisenbahn-Clubs. Neben den Lokomotiven erwartet die Besucher dieses Jahr eine neue Attraktion.

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Ein Zug rast an steilen Felswänden vorbei, fährt durch dunkle Tunnels, rattert über grüne Felder und kommt dann quietschend bei der Haltestelle zum Stehen. Die Komposition ist aber nicht mehrere 100 Meter lang, sondern misst gerade mal 10 Zentimeter. Sie fährt durch eine Miniaturwelt im Haus des Berner Modell-Eisenbahn-Clubs am Europaplatz.

Der Club öffnet einmal jährlich seine Anlagen für Besucher. An den Wochenenden vom 26./27./28. Oktober sowie am 3./ 4. November ist es wieder so weit. 

Bis ins kleinste Detail

Berge, Seen und Häuser zieren die zwei Anlagen im Clubhaus am Europaplatz. «Wir achten aufs kleinste Detail. Jeder einzelne Baum ist handgemacht», sagt Marc Folly, Vizepräsident des Berner Modell-Eisenbahn-Clubs.

Etwa 80 Züge und Lokomotiven zeigt der Club während der Ausstellung. In der kleineren Anlage sind die Gleise konstant unter Spannung und setzen so die Eisenbahnmodelle in Bewegung. Ihre Grösse ist im Massstab 1:87 dem Original nachempfunden.

Auch die Geschwindigkeit ist in diesem Verhältnis geringer als in der Realität. Verspielte Freunde von Modelleisenbahnen dürfen sich daran erfreuen, mit dem Smartphone die Züge zu steuern. 

Simulator wird eingeweiht

In der anderen Anlage sind die Züge etwas grösser. «Die Highlights hier sind die Bahnhofansagen und der Tag-Nacht-Modus», erklärt Informatiker Folly. Denn per Knopfdruck kann die Anlage jederzeit abgedunkelt werden.

In diesem Jahr wartet der Club mit einer weiteren Attraktion auf: Die Besucherinnen und Besucher können sich in einen originalen Führerstand der alten Elektrolokomotive RE 420 der SBB setzen und eine virtuelle Fahrt erleben. «Man bedient verschiedene Hebel und Knöpfe und steuert so den Zug auf dem Monitor», erklärt der 31- Jährige. Im Container neben dem Clubhaus bietet der Club Eisenbahnmodelle zum Verkauf an.

Interesse an der Technik

Der Berner Modell-Eisenbahn-Club organisiert aber bereits seit 25 Jahren die Ausstellung. Er wurde 1936 gegründet und war die erste Vereinigung ihrer Art. Marc Folly ist bereits mit 14 Jahren dem Club beigetreten. «Bei mir stehen weniger die Eisenbahnen im Vordergrund, sondern mich interessiert die erforderliche Technik, insbesondere die Elektronik und Informatik», sagt er. 

Heute hat der Club etwa 160 Mitglieder. Diese treffen sich zweimal wöchentlich und bringen die Züge und die Anlagen in der hauseigenen Werkstatt auf Vordermann. «Vor der Eröffnung morgen müssen wir noch die letzten Modelle abstauben», scherzt Marc Folly. 

Der Ausstellung des Berner Modell-Eisenbahn-Clubs findet wie folgt statt: 26. Oktober, 16.30–21 Uhr; 27./28. Oktober, 10–16 Uhr; 3./ 4. November, 10–16 Uhr. 

Berner Zeitung

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