Nur Sieger im Emmental

Zollbrück hat Werbung in eigener Sache betrieben. Der Emmentaler Drittligist hielt gegen Aarau gut mit.

Zollbrücks Fabian Gfeller (rechts) und Dammian Wüthrich, sind geschlagen.<p class='credit'>(Bild: Marcel Bieri)</p>

Zollbrücks Fabian Gfeller (rechts) und Dammian Wüthrich, sind geschlagen.

(Bild: Marcel Bieri)

Schweizer Cup ist, wenn am Schluss der Begegnung die Verlierer fast ausgelassener jubeln als die Sieger. In corpore schritten die Fussballer des FC Zollbrück nach Spielschluss rund um den Sportplatz Tannschachen, winkten fröhlich in die Menge, lachten schelmisch wie Gewinner, klatschten sich zufrieden ab. Die 1537 Zuschauer am Spielfeldrand oder auf der ­eigens für das Spiel aufgebauten Stahltribüne machten richtig Lärm, spendeten den Hobbyfussballern des FCZ nochmals warmen Applaus für ihren beherzten Auftritt.

«Es war ein richtig geiles Gefühl, gegen die Profis zu spielen», sagte Zollbrück-Goalie Fabian Gfeller, nachdem er soeben von der Ehrenrunde zurückgekommen war. Und sein Trainer Bruno Zaugg meinte: «Was war das für ein tolles Erlebnis. Das werden die Spieler wohl nie vergessen.» Lediglich 0:5 (0:2) verlor der Emmentaler Drittligist in der ersten Hauptrunde des Schweizer Cups gegen die Professionals des Challenge-Ligisten FC Aarau, hielt teilweise erstaunlich gut mit und musste erst gegen Ende des Spiels, als die Kräfte auch wegen der brütenden Hitze zu schwinden begannen, befürchten, eine Kanterniederlage zu kassieren.

Erstaunlich gut mitgehalten

In der ersten Halbzeit, als die Energiespeicher der Zollbrücker noch voll waren, zeigten die Feierabendkicker, wie gut sie Fussball spielen können. Leidenschaftlich hielten sie gegen die schnelleren, athletischeren, technisch versierteren und viel besser bezahlten Profis dagegen und verbuchten persönliche ­Erfolgserlebnisse in den Zweikämpfen. Doch der FCZ verteidigte nicht nur, sondern liess auch die Kugel laufen, wenn sich die Möglichkeit dazu bot und die Aarauer es zuliessen. Und so kombinierten sich die Zollbrücker mehr als einmal zum Erstaunen der vielen Zuschauer geschickt durch das Mittelfeld der Gäste.

Im Sturm schirmte Dominik Richter die Bälle ab, als ob er selber Profi wäre. In der Abwehr dirigierte Glatzkopf Marco Gerber seine Teamkollegen wie ein Abwehrpatron, und im Tor strahlte Fabian Gfeller Sicherheit aus. In erster Linie überzeugte der FCZ jedoch als Team, jeder Akteur erfüllte seine Aufgabe zu hundert Prozent, einige wuchsen gar über sich hinaus. «Schade ist nur, dass uns ein Tor verwehrt geblieben ist», sagte Coach Zaugg nach der Partie. Zwei gute Chancen hatten sich dem FCZ für einen Ehrentreffer geboten: Dominik Gerber war in der 22. Minute frei auf das Aarauer Tor gestürmt, verpasste aber den 1:1-Ausgleich. Und Janic Zinniker sah seinen Gewaltschuss in der 66. Minute abgewehrt.

Zollbrück trainiert zweimal pro Woche, Aarau zweimal pro Tag. Weil dieser Unterschied auf dem Platz mitunter kaum zu sehen war, können sich die Emmentaler nach dem Cupabenteuer auch irgendwie als Sieger fühlen.

Berner Zeitung

Diese Inhalte sind für unsere Abonnenten. Sie haben noch keinen Zugang?

Erhalten Sie unlimitierten Zugriff auf alle Inhalte:

  • Exklusive Hintergrundreportagen
  • Regionale News und Berichte
  • Tolle Angebote für Kultur- und Freizeitangebote

Abonnieren Sie jetzt