Junge Tennisspieler kämpfen für ein Traditionsturnier

Hinterkappelen

Nach einem Generationenwechsel organisieren drei junge Berner mit einem Team den traditionsreichen Wohlensee-Cup. Sie wollen dem Tennisturnier zu alter Grösse verhelfen.

Drei für ein Turnier: Yannick Flückiger, Nikolai Suhr und Dominic Kunz (von links).

Drei für ein Turnier: Yannick Flückiger, Nikolai Suhr und Dominic Kunz (von links).

(Bild: Raphael Moser)

Annic Berset

Einen idyllischeren Tennisclub kann man sich fast nicht vorstellen. Die Aare glitzert hinter den Sandplatzfeldern, eine Grillstelle lädt zum Verweilen ein, kein Lärm weit und breit – ausser natürlich dem Geräusch der Filzbälle, die über den Platz katapultiert werden.

Dominic Kunz fährt sogar mit dem Boot von zu Hause aus direkt zum Vereinshäuschen. Der 23-Jährige aus Herrenschwanden ist gemeinsam mit Nikolai Suhr (21) und Yannick Flückiger (22) für die Durchführung des Wohlensee-Cups zuständig.

Das Tennisturnier wird in diesem Jahr zum 40. Mal ausgetragen und gehört zu den traditionsreichen Anlässen in der Region Bern. «Nur wenige solche Turniere können über so viele Jahre hinweg bestehen», sagt Nikolai Suhr selbstbewusst.

Früher lockte der Wohlensee-Cup sogar so viele Teilnehmer an, dass die Organisatoren bestimmen konnten, welche 100 Spieler am Schluss antraten. Nach und nach gingen die Teilnehmerzahlen aber etwas zurück. «Das hat man auch bei anderen Anlässen gemerkt, die Berner Tennismeisterschaften mussten letztes Jahr beinahe abgesagt werden», erzählt Yannick Flückiger.

Etwas zurückgeben

Als die langjährigen Organisatoren vor einigen Jahren kürzer­treten wollten, haben die drei jungen Berner die Organisation des Cups übernommen. Sie wollen dem Turnier nun wieder zu alter Grösse verhelfen.

«Bei einem solchen Anlass soll vermehrt wieder das Erlebnis über mehrere Tage im Vordergrund stehen und nicht nur die eigene Rangierung», sagt Nikolai Suhr. Deshalb setzen die Organisatoren auch auf ein Gastroangebot und eine Zuschauertribüne.

«Wir wollen dem regionalen Tennis etwas zurückgeben, der Anlass soll Gastfreundschaft symbolisieren», erklärt Dominic Kunz. «Die Leute sollen nicht einfach nur spielen und wieder nach Hause gehen, sondern das Turnier geniessen.»

Schon vor über 15 Jahren haben die drei im Tennisclub Wohlensee gemeinsam die Filzbälle übers Netz gespielt. Schon die Eltern spielten im Club zusammen. «Wir haben uns für die Organisation zusammengetan», erzählt Dominic Kunz. «Hätte man zu lange niemanden gefunden, wäre der Cup früher oder später nämlich nicht mehr durchgeführt worden.»

Ein Kernteam von neun Leuten arbeitet über ein halbes Jahr für die Organisation des Turniers, das Anfang Juli stattfindet – allesamt freiwillig und Einzelne bis zu hundert Stunden. «Wenn wir schon einen solchen Aufwand betreiben, wollen wir möglichst viel herausholen», sind sich die drei einig.

Die neuen Organisatoren haben sich für das Turnier einiges einfallen lassen. Für das umfangreiche Gastroangebot setzen sie über 40 Helfer ehrenamtlich ein, dazu gibt es prominente musikalische Unterstützung.

Wer spielen wird, bleibt noch geheim. Auch bei der Tombola setzen die drei auf Qualität. «Es gibt Preise von Roger Federer zu gewinnen, Hotelübernachtungen oder gar eine teure Uhr», sagt Yannick Flückiger.

Wohlensee-Cup: 2. bis 7. Juli,Tennisclub Wohlensee. Infos unter www.wohlensee-cup.ch

Berner Zeitung

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