Der Kanton zeigt sich im besten Licht

Wynau

Eine Sparmassnahme der erfreulichen Art: Dank intelligenter LED-Beleuchtung der neusten Generation konnte der Stromverbrauch dort um stolze 91 Prozent reduziert werden.

Led-Strassenbeleuchtung im Oberfeld in Ostermundigen: Solche intelligent gesteuerte LED-Leuchten sollen nun auch auf Kantonsstrassen eingesetzt werden.

Led-Strassenbeleuchtung im Oberfeld in Ostermundigen: Solche intelligent gesteuerte LED-Leuchten sollen nun auch auf Kantonsstrassen eingesetzt werden.

(Bild: Urs Baumann)

«Sparen, sparen, sparen», sei das Motto des Abends, freute sich Barbara Egger-Jenzer (SP). Damit sprach die Bau-, Verkehrs- und Energiedirektorin gestern nicht etwa einen weiteren Abstrich aufgrund der maroden Kantonsfinanzen an. An der Bernstrasse in Wynau konnten sie und Stephan Breuer, stellvertretender Vorsteher des kantonalen Tiefbauamts, stattdessen über ein gelungenes Pilotprojekt mit gleich dreifachem Spareffekt informieren.

Wynau nur als Anfang

Vor gut einem Jahr hat der Kanton an der Bernstrasse die rund 40-jährigen Strassenlampen durch LED-Leuchten der neusten Generation ersetzt und damit bereits eine Reduktion des Energieverbrauchs um rund 30 Prozent bewirkt. Vor einem Monat nun wurden die Lampen mit modernsten Infrarotsensoren bestückt – dank einer intelligenten Steuerung liefern die Lampen jetzt Licht nach effektivem Bedarf: Ist kein Verkehr auf der Strasse, wird diese nur schwach beleuchtet; passieren Autos oder Fussgänger den Strassenbereich, werden die Leuchten heller.

Der Energieverbrauch der Beleuchtung konnte somit um weitere 60 Prozent verkleinert werden. Ein Total von 90 Prozent, das nach dem gelungenen Pilot in Wynau nun schrittweise im ganzen Kanton erreicht werden soll.

Entscheidende Weitsicht

Allein in Wynau reduzieren sich die Kosten durch die smarte LED-Technologie nun um jährlich 3300 Franken. Der CO2 verkleinert sich um knapp 10 Tonnen. 17000 Kilowattstunden Strom werden eingespart. Auf dem gesamten Kantonsstrassennetz könnten mit der neuen Technologie dereinst der Energieverbrauch von bis zu 2400 Haushalten und Kosten von jährlich 2,85 Millionen Franken eingespart werden.

Die Neuheit der Wynauer Leuchten liegt dabei nicht in der intelligenten Steuerung an sich. Denn diese kommt schweizweit schon heute auf vielen Fusswegen und Quartierstrassen mit Lampen von geringerer Höhe zur Anwendung. Erstmals überhaupt kann die Technologie clever gesteuerter LED jetzt aber an einer Hauptstrasse eingesetzt werden: dank des neuartigen Sensors, der seinen Dienst auch in Höhen von zwischen 7,5 und 9 Metern erfüllt. Weltweit gebe es erst 100 Prototypen dieser weitsichtigen Sensoren, sagt Stephan Breuer. «Der Kanton Bern hat sie alle.» Nach dem geglückten Testlauf in Wynau könne die Produktion der Sensoren nun in grossem Stil aufgenommen werden.

Der richtige Zeitpunkt

Der Kanton Bern zumindest hat seinen Bedarf bereits angemeldet: Rund 1000 der insgesamt 27600 Leuchtpunkte auf dem Kantonsstrassennetz sollen nun jährlich ersetzt werden. Eine LED-Leuchte koste mit rund 750 Franken gleich viel wie eine herkömmliche Strassenlampe, sagt Breuer. Die Mehrkosten für Steuerung und Sensor von rund 200 Franken würden bereits nach einem Betriebsjahr amortisiert. Man habe mit dem Einsatz von LED-Leuchten bewusst zugewartet, verweist Breuer auf die erst rund 600 einfachen und jederzeit aufrüstbaren LED-Lampen auf dem Kantonsstrassennetz. «Wir wollten dann umrüsten, wenn wirklich etwas bewirkt werden kann.»

Begeistert von der neuen Technologie zeigte sich gestern auch Wynaus Gemeindepräsident Christian Kölliker (FDP). Man werde fortan sicher auch auf Gemeindeebene den Einsatz dieser «Zukunft der Beleuchtungstechnik» diskutieren.

Berner Zeitung

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