Eine musikalische Reise

Erlenbach

Vom Hirschen-Säli in ein Wunderland: Das Trio Kapdruhad nahm das Publikum auf eine musikalische Reise zu tief verwurzelten Bäumen, grünen Inseln und rauschenden Winden mit.

Das ungewöhnliche Trio Kapdruhad mit Perkussionist Gilbert Paeffgen, Cellist Carlo Niederhauser und Dudelsack- und Flötenspieler Thom Freiburghaus spielt im Hirschen-Säli.

Das ungewöhnliche Trio Kapdruhad mit Perkussionist Gilbert Paeffgen, Cellist Carlo Niederhauser und Dudelsack- und Flötenspieler Thom Freiburghaus spielt im Hirschen-Säli.

(Bild: Anne-Marie Günter)

Wenn sich ein Cellist, ein Dudelsackspieler und ein Perkussionist mit Drums und Hackbrett zusammenschliessen, entsteht ein ungewöhnlicher Klangkörper. «Als wir zum ersten Mal zusammentrafen, spielten wir einfach und schauten, was entsteht», sagte Thom Freiburghaus, der Dudelsackspieler, im Saal des Hirschen in Erlenbach.

Er ist eine relativ kleine Variante der Säle, die es in Landgasthöfen früher oft gab. Der Kachelofen im Raum verbreitet Wärme, sein schwarzes Rohr führt den Rauch unter der Saaldecke ins Freie. Lebensecht und übergross wächst an einer Wand ein Bärenklau, ein Bild des Oberwiler Malers Peter Bergmann. Dazu fallen der Hirsch mit echtem Geweih und modelliertem Kopf auf, eine Kuhlampe und ein Läubli, das eine gute Kulisse für ein ländliches Romeo-und-Julia-Theater wäre.

«Als wir zum ersten Mal zusammen­trafen, spielten wir einfach und schauten, was entsteht.»Thom Freiburghaus von Kapdruhad

Seit 1995 sorgt der Verein Hirsch-Ku dafür, dass im Saal kulturelle Anlässe stattfinden. Stiller Has war da, Büne Huber, Daniel Zismann, Pedro Lenz und Peter Bichsel. Und jetzt Kapdruhad. Kein Name, der sich leicht merken lässt. Er tönt wie im keltischen Sprachraum verwurzelt. An einem Kap kann vieles zusammenfliessen. Und genau so ist es auch mit der Musik des Trios.

Klangfarben gemischt

Dass Irish Folk relativ problemlos als eine der musikalischen Wurzeln identifiziert werden kann, liegt auch an den Uilleann Pipes, die Thom Freiburghaus spielt. Es ist die irische Dudelsackvariante, die mehr nach Feen als wie bei den Schotten nach Kriegsmusik klingt. Der Drummer Gilbert Paeff­gen hat seine Wurzeln im Rock und im Jazz, legte sich aber auch ein Hackbrett zu, das er virtuos spielt. Er bringt es fertig, auch mit den Drums nicht nur Takt, sondern auch Melodie zu spielen. Auf eher dunkle Melodien spezialisiert ist das Cello, tief verwurzelt in Klassik und Romantik, eher selten in Jazz, Rock und Pop. Carlo Niederhauser aus Hondrich bringt den vollen tragenden Ton ins Trio ein, setzt sein Instrument aber auch rhythmisch und lautmalerisch ein.

Am Kap Druhad ist es manchmal einsam, kahl und karg. Es wehen sphärische Winde und toben Orkane, es leben dort uralte Eichen und Menschen, die ihr Lebensgefühl in heftigen Tänzen ausdrücken. Die meisten Stücke des Trios sind Eigenkompositionen. Takte wechseln, vom Bolero bis zum alten bretonischen Tanz. Wild Ambient Folk nennen die Musiker ihren Stil. Er trägt. Schon äusserlich: Es sind gute Musiker am Werk, denen man gern zuhört. Und wer will, kann sich in eine innere Welt voll Geschichte und Geschichten führen lassen.

Nächster Auftritt von Kapdruhad: 23. März um 18.30 Uhr als musikalische Begleitung der Vernissage der Ausstellung «Bergwärts» im Kirchgemeindehaus Aeschi.

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