Die Provinz ist bereit für den FC Aarau

Zollbrück

Am Sonntag um 15 Uhr tritt der Drittligist FC Zollbrück in der Cup-Hauptrunde gegen den Challenge-League-Verein FC Aarau an. Um den Zuschaueraufmarsch bewältigen können, müssen vor dem Anlass alle kräftig mitanpacken.

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Hinter einem der beiden Fussballtore auf dem Fussballplatz Tannschachen in Zollbrück grasen Kühe. Die Sonne scheint vom wolkenlosen Himmel, und bereits um 10 Uhr morgens ist es angenehm warm. Einzig das hin und wieder hörbare Knallen der Tribünenelemente stört das Idyll.

Etwa zwanzig Personen sind damit beschäftigt, einen Teil der Sitzplätze für das anstehende Cupspiel des FC Zollbrück gegen den Challenge-League-Klub FC Aarau aufzubauen. «Geplant sind 624 Sitzplätze», erklärt Willy Gerber, der Bauverantwortliche. «Der Rest sind Stehplätze, mit denen eine Gesamtkapazität von knapp 2000 Zuschauern erreicht werden kann.»

Ein etwas lauteres Geräusch lässt aufhorchen: Beinahe wäre ein Palett mit Elementen gekippt. Doch der Mann im Traktor kann es noch rechtzeitig im Gleichgewicht halten. Die Stimmung unter den Helfern ist locker. Immer wieder klopft einer einen Spruch. Dennoch: Die Helfer sind konzentriert bei der Arbeit. Die Handgriffe sitzen.

Sicherheit aus Sumiswald

Platz für die Zuschauer ist das Eine. Ein weiterer Aspekt ist aber auch die Sicherheit am sonntäg­lichen Grossanlass. Willy Gerber: «Für das Spiel ist eigens ein Sicherheitskonzept ausgearbeitet worden. Die Kantonspolizei ist nur am Rande involviert, da sie ­lediglich mit vier Mann vor dem Stadion präsent ist.» Der Verkehr werde selbst geregelt.

Ausserdem sei es Vorschrift, so Gerber, dass eine Rettungsgasse freigehalten wird, durch die im Notfall die ­Ambulanz oder andere externe Sicherheitskräfte Zugang zum Spielort haben. «Sogar eine Helikopterlandemöglichkeit muss gewährleistet sein.» Die Sicherheitskräfte würden vom in Sumiswald ansässigen Bikerclub Dead Riders gestellt; diese werden die Eingangskontrollen durchführen und später auch im Stadion zugegen sein.

Kosten bereits gedeckt

Das alles sei viel Aufwand für einen einzigen Match, sagt Vereinspräsident und OK-Chef Stefan Hofer. Aber es sei die Mühe wert. «Das Spiel im Brügglifeld (Heimstadion des FC Aarau, die Red.) auszutragen, stand nie zur Debatte. Klar trägt man als Veranstalter ein grosses Risiko, aber wenn es gut läuft, können wir weit mehr Gewinn generieren als den Betrag, den wir vom FC Aarau für den Tausch des Heimrechts erhalten hätten.»

Die Eintrittspreise, welche die Klubs verlangen dürfen, sind vom Verband vorgegeben. Für 20 Franken erhält man einen Steh-, für 40 einen Sitzplatz. «Zudem gibt es auch noch die Möglichkeit, den Eintritt mit einem Apéro und Mittagessen vor dem Match zu kombinieren», erklärt Hofer das Konzept. Bisher seien etwa 200 Eintritte verkauft worden. Damit seien die Kosten bereits so gut wie gedeckt. «Alle Tickets, die jetzt noch verkauft werden, sind Reingewinn.»

Resultat zweitrangig

Neben den Akteuren, die am Sonntag gegen das hochfavorisierte Challenge-League-Team antreten und dem Organisationskomitee, packen noch viele weitere Vereinsmitglieder und teilweise auch deren Angehörige mit an. Die Frauenmannschaft von Oberemmental 05 etwa wird am Sonntag Getränke und Essen servieren.

Die Junioren werden als Einlaufkinder und Balljungs eingesetzt. Kurz, der ganze FC Zollbrück freut sich auf die Gäste aus dem Aargau. Das sportliche Resultat wird zweitrangig sein. Finanziell ist der Reiz so oder so gross: Denn bei einem Ausscheiden winken schon nur vom ­Fussballverband 3000 Franken Prämie.

Berner Zeitung

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