Sie knobeln wie die Weltmeister

Düdingen

72 Schweizerinnen und Schweizer jeden Alters reisen Ende August an das Finale der Internationalen Mathematik- und Logikspielemeisterschaft in Paris. Auch Kai Stampfli und Elias Boschung haben es in die Finalrunde geschafft.

Kai Stampfli und Elias Boschung (rechts) schrecken vor kniffligen Mathe-Textaufgaben nicht zurück.

Kai Stampfli und Elias Boschung (rechts) schrecken vor kniffligen Mathe-Textaufgaben nicht zurück.

(Bild: Mélanie Rouille/FN)

Elias Boschung und sein Freund und Nachbar Kai Stampfli sind auf das bevorstehende Finale der Internationalen Mathematikmeisterschaften in Paris gut vorbereitet. «Wir haben alle Aufgaben der letztjährigen Meisterschaften gelöst. Mehr können wir nicht üben», sagt der 13-jährige Kai. Nicht schnelles Kopfrechnen, sondern ausdauerndes Knobeln wird von den Teilnehmenden verlangt. Ohne Taschenrechner müssen sie knifflige Textaufgaben lösen, bei denen auch mal mehrere Lösungen möglich sind . Eine Taktik haben sich die beiden Jungs aus Düdingen schon zurechtgelegt. «Wenn wir eine Aufgabe nicht lösen können, gehen wir einfach zur nächsten und kommen am Schluss wieder auf diese zurück», sagt Kai.

Start im Unterricht

Im Rahmen des Schulunterrichts an der Primarschule Düdingen haben die beiden an der Erstausscheidung teilgenommen. Sie schafften es bis in das Halbfinale in Zürich und weiter bis in den Schweizer Final in Lausanne. Dort qualifizierten sie sich für die Weltmeisterschaft vom 26. und 27.August in Paris, an welcher Personen jeden Alters aus fünfzehn Ländern teilnehmen werden.

Schüler besser als Lehrer

Eine gute Mischung aus Logik, Vernunft, Gerissenheit, Genauigkeit und manchmal Geduld werde beim Lösen der Aufgaben viel wirksamer zum Ziel führen als ein Arsenal komplexer Methoden, schreibt der Schweizerische Mathematikspieleverband. Deshalb sei es nicht selten zu sehen, dass ein junger Konkurrent eine geschicktere Lösung finde als sein Mathe-Lehrer. Die Diskussionen, die den Prüfungen folgen, seien oft erquickend. Auch in der Familie Stampfli haben die Aufgaben für rauchende Köpfe gesorgt. «Sie waren unser Hobby in den Weihnachtsferien», sagt die Mutter von Kai, Corina Stampfli. Es sei wichtig, die Aufgaben gut zu lesen, da häufig noch irgendein Stolperstein eingebaut sei.

«Zu Beginn hätten wir nie gedacht, dass wir es bis nach Paris schaffen werden», erzählt der 11-jährige Elias. Die Vorfreude ist bei beiden riesig: nicht nur auf den Wettkampf, auch auf die gemeinsame Reise mit den Familien. Was den Rang der Meisterschaft betrifft, haben die beiden Jungs keine konkreten Ziele. «Wir wollen Spass haben», sagt Elias. 90 Minuten wird er Zeit haben, um die acht Aufgaben zu lösen. In Kais Kategorie sind zwei Stunden für elf Aufgaben vorgesehen. Aus dem Kanton Freiburg haben sich auch Baptiste Michel aus Léchelles und Maxence Mauron aus Villars-sur-Glâne für das Finale in Paris qualifiziert.

ak

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