Haus der Religionen in Bern erhält Baubewilligung

Bern

Der Berner Regierungsstatthalter Christoph Lerch hat die Gesamtbaubewilligung für die geplante Überbauung am Europaplatz mit dem Haus der Religionen erteilt. Zwei Einsprachen wurden zurückgezogen, eine dritte erwies sich als unbegründet.

So soll das Haus der Religionen einmal aussehen.

So soll das Haus der Religionen einmal aussehen.

(Bild: zvg)

Die Regionalgruppe Bern des VCS hatte in ihrer Einsprache unter anderem mehr Veloabstellplätze gefordert, wie der Berner Regierungsstatthalter Christoph Lerch am Freitag mitteilte. Nach der Projektänderung seien nun 136 solcher Abstellplätze vorgesehen.

Eine Nebenbestimmung in der Baubewilligung verpflichte überdies die private Bauherrschaft, diese Zahl zu erhöhen, wenn sie sich als ungenügend erweisen sollte, schreibt der Statthalter.

Keine Gratis-Parkplätze

Das Projekt beinhaltet zudem 195 Autoparkplätze, was unter dem gesetzlichen Minimalbedarf liegt. Angesichts der guten Erschliessung durch den öffentlichen Verkehr scheine diese Zahl jedoch gerechtfertigt, hält Lerch fest.

Der VCS verlangte, dass die geplanten Parkplätze nicht gratis seien. Die Bauherrschaft sehe zahlungspflichtige Parkplätze vor, obwohl es das Gesetz im vorliegenden Fall gar nicht vorschreibe, teilte der Statthalter weiter mit.

Auch in Bezug auf die vorgesehene Verkaufsfläche von rund 3070 Quadratmetern würden die Bestimmungen der kantonalen Gesetze eingehalten.

Bei der Prüfung des Baugesuchs berücksichtigte der Statthalter vor allem das Programm und das Ergebnis des Architekturwettbewerbs von Ende der 1990er-Jahre für das Areal am Europaplatz. Der Bauentscheid des Statthalters kann bei der kantonalen Bau-, Verkehrs- und Energiedirektion angefochten werden.

Das Bauprojekt eines Zürcher Unternehmens am Europaplatz in Westen der Stadt Bern umfasst das Haus der Religionen, ein Hotel, Geschäfte, Büros und Wohnungen. Die Gesamtkosten belaufen sich auf 80 Millionen Franken.

Frage der Finanzierung

Die Idee, in einem neuen Haus der Religionen mehrere Religionsgruppen unter einem Dach zu vereinen, gibt es seit rund zehn Jahren. Das Ziel ist die Förderung und Vertiefung der Zusammenarbeit der grossen Religionsgemeinschaften.

In letzter Zeit gab vor allem die Finanzierung des geplanten Hauses zu reden. Die erforderlichen 10 Millionen Franken sind noch nicht ganz beisammen.

Gesichert oder schon eingezahlt sind 6,6 Millionen Franken, wie Guido Albisetti, Präsident der Stiftung Haus der Religionen, auf Anfrage sagte. Weitere 2,4 Millionen Franken hat der Regierungsrat aus dem Lotteriefonds des Kantons in Aussicht gestellt, die aber der Grosse Rat noch genehmigen muss. Und für die letzte Million werden derzeit verschiedene Gesuche geprüft.

met/sda

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