Ausser Nebel scheint die Gemeinde alles zu bieten

Langnau

Der Gemeinderat hat in seiner neuen Zusammensetzung eine Neuerung eingeführt: einen Neuzuzügeranlass.

<b>Zweiter Anlauf:</b> Gemeindepräsident Walter Sutter erklärt sein Langnau einer ganzen Schar.

Zweiter Anlauf: Gemeindepräsident Walter Sutter erklärt sein Langnau einer ganzen Schar.

(Bild: Marcel Bieri)

Susanne Graf

Seit bald 10 Monaten ist in Langnau ein neuer Gemeinderat mit – nach 24 Jahren – einem neuen Präsidenten am Drücker. Zu den ersten Aufgaben gehörte es, die Legislaturziele zu definieren. Das hat der Rat getan, am übernächsten Montag wird er sie dem Parlament zur Kenntnis bringen.

Viel früher hat er eine erste Neuerung eingeführt: Im April hat er die Neuzuzüger zu einem Willkommensanlass eingeladen. «Was in anderen Gemeinden erfolgreich praktiziert wird, müsste doch auch in Langnau auf Anklang stossen», dachte Gemeindepräsident Walter Sutter (SVP). Doch das Echo sei «mässig» gewesen. Eine Handvoll Leute hatten sich angemeldet.

Aber wenn man sich in Langnau etwas in den Kopf gesetzt hat, gibt man nicht beim ersten kleinen Misserfolg auf. Sonst wäre das Ilfisstadion nie saniert worden und es würde im Oberfeld keine neue Dreifachturnhalle gebaut. Die Gemeinde hat also einen neuen Anlauf genommen und nun waren es über 20 Personen, die im Chüechlihus als «Neu-Langnauerinnen und – Langnauer» von Sutter begrüsst wurden.

Er verzichtete darauf zu wiederholen, was sie auf Merkblättern und der Website lesen konnten. Dafür verwies er auf die Sonne: «Wir haben hier fast am meisten Sonnenstunden und wenig Nebel. Damit lässt sich auch der Steuerfuss von 1.94 erklären.» Dann kam er noch kurz auf die Politik zu sprechen, erwähnte das 40-köpfige Parlament: «Wir pflegen hier einen recht gesitteten Umgang miteinander.»

Sportlich oder kulturvoll

Dann entliess der Gemeindepräsident seine neuen Bürgerinnen und Bürger auf einen Rundgang durch Langnau by night. Je nach Interesse konnten sich die Neuzuzüger SP-Gemeinderat Niklaus Müller anschliessen, der ihnen die kulturellen Angebote vorstellen wollte, oder dessen SVP-Kollegen Bernhard Gerber, der die sportliche Seite beleuchtete.

«Wir haben wenig Regen. Damit lässt sich auch der Steuerfuss von 1.94 erklären.»Walter Sutter, Gemeindepräsident (SVP)

Eine kleine Mehrheit, vorab die Jüngeren, entschied sich für Sport. Zuerst machte ihnen Gerber klar, dass in Langnau kein Auto braucht, wer im Dorf etwas besorgen will: «Vom Hirschenplatz aus ist alles in alle Richtungen in 10 Minuten zu Fuss erreichbar. Und Parkplätze hat es nicht zuviele.»

Während Gerber die Gruppe dann zügigen Schrittes Richtung Kniematte führte, schwärmte er von den Wander- und Bikemöglichkeiten um Langnau, von der Aussicht auf die Bergkette, die sich einem biete, wenn man Richtung Lüdern unterwegs sei und von den Gämsen, die man auf der Geissgratfluh beobachten könne.

Er erwähnte den «direkten Loipenanschluss» im Moos neben dem Hallen- und Freibad, präsentierte die sich im Bau befindende Sporthalle, führte zur Kletterhalle, zeigte die Aussensportanlage am Höheweg und lenkte den Blick der neuen Langnauer hinüber zum Ilfisstadion. Auf dem gut halbstündigen Rundgang liess Gerber kaum eine der in Langnau gepflegten Sportarten unerwähnt und verwies auf rund 80 Vereine.

Ein Ort in der Mitte

Der 25-jährige Andreas Kirchhofer und die 23-jährige Fabienne Trüssel hörten interessiert zu. Für ihn aus Grosshöchstetten und sie aus Sumiswald hat sich Langnau als Ort in der Mitte für die gemeinsame Wohnung angeboten. Sie haben den Entscheid nicht bereut und die Vorteile der Gemeinde kennengelernt.

Der Einladung ins Chüechlihus sind sie aus anderem Grund gefolgt. Trüssel ist jeweils dabei, wenn ihre Musikgesellschaft in Lützelflüh den Neuzuzügeranlass umrahmt. «Jetzt hat es mich einfach interessiert, wie Langnau das macht.» Nebst Infos hatte übrigens auch noch ein Apéro im Bären gelockt.

Berner Zeitung

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