Ein Programm, das auch Vorurteile abbauen soll

Langenthal

Vom 11. bis 21. Oktober steht Langenthal im Zeichen des Jazz: Das 26. Festival bietet fünf Konzerte.

Schlägt Brücken: Gismo Graf.

Schlägt Brücken: Gismo Graf.

(Bild: zvg)

Eröffnet wird das Festival am 11. Oktober mit der argentinischen Sängerin Lily Dahab und ihrer Band. Mit einer Stimme wie leuchtender Honig interpretiert sie südamerikanische Folklore in Verbindung mit jazziger Frische und verträumter Melancholie. «Wir präsentieren ein vielseitiges Programm unter dem Motto ‹Von Buenos Aires nach Appenzell mit Abstechern nach New Orleans und Chicago›», sagt Programmchef Bruno Frangi an der Medieninformation im Haus Urs Hug in Langenthal.

Sinti-Familie auf der Bühne

Gismo Graf entstammt einer Stuttgarter Sinti-Familie und begeisterte 2013 mit seinem Trio das Langenthaler Publikum. Inzwischen gilt der 24-jährige Shootingstar als bester Sinti-Jazz-Gitarrist der Gegenwart und wird an Konzerten in ganz Europa umjubelt. Er pflegt das Erbe von Django Reinhardt und wagt die Brücke von Bossa Nova und Pop bis zu Swing.

Begleitet wird er von seinem Vater und Mentor Joschi Graf und Davide Petrocca am Kontrabass. Mit seiner Schwester Cheyenne steht ein weiteres Familienmitglied auf der Bühne. Als Special Guests präsentiert er den Saxofonisten Tony Lakatos und den Geiger Tim Kliphuis.

Nebst der hochklassigen Musik sei das Engagement eine Herzensangelegenheit, um Vorurteile gegenüber den Roma abzubauen, betont Frangi, «die nicht zu ihren Ethnien stehen können, jedoch eine eigenständige Kul­tur und musikalische Tradition ­haben».

Eine Prise Karibik

Der geschmeidige Sound der deutschen Barrelhouse Jazzband ist Freunden des Traditional Jazz ein Begriff. Am 18. Oktober gastiert die renommierte Band zum dritten Mal an den Jazz-Tagen und präsentiert mit Denise Gordon eine karibische Jazz-, Gospel- und Bluessängerin.

Erwähnenswert ist Lindy Huppertsberg, eine der wenigen Frauen am Kontrabass. Die jungen Jazzmusiker der Swiss Army Big Band werden den Saal am 19. Oktober zum Swingen bringen.

Bluesharp meets «Zäuerli»

Eine Premiere sondergleichen verspricht Bruno Frangi am 21. Oktober: Wenn Volksmusiker und Hackbrettvirtuose Nicolas Senn in seiner Appenzeller Tracht mit Bluesharper und Sänger Walter Baumgartner, 2016 mit dem Blues Award ausgezeichnet, und Pianist Elias Bernet auf der Bühne steht, verspricht das einen feurigen Abschluss.

Mit den Betreibern des Kinos Scala lädt das OK auch zur Matinee. An den Sonntagen 16. und 23. Oktober läuft der Film «Jersey Boys». Die Chrämerhuus-Filmnächte zeigen am 17. Oktober in der Färbi die Story des Plattenlabels MPS – «Jazzin’ the Black Forest». Die dänisch-schweizerische Pianistin und Sängerin Adina Friis spielt am 19. Oktober im Chrämerhuus.

Vorverkauf:Ab heute Dienstag bei Kuoni-Reisen an der Bahnhofstrasse in Langenthal.

bma/BZ

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