«Bloody Unfair»: Petition fordert tiefere Steuer für Tampons

Damen-Hygieneprodukte sollen gleich wie andere Güter des täglichen Bedarfs besteuert werden. In Bern stösst das Anliegen auf offene Ohren.

Sind nicht wie Brot und Viagra Güter des täglichen Bedarfs: Tampons. (Archiv)

Sind nicht wie Brot und Viagra Güter des täglichen Bedarfs: Tampons. (Archiv)

(Bild: Keystone Alexandra Wey)

«Bloody Unfair - Runter mit der Tampon-Steuer»: Unter diesem Titel fordert eine am Welt-Frauentag lancierte Petition den tieferen Mehrwertsteuersatz für Damen-Hygieneprodukte. Campax, die Organisation hinter der Petition, hat die so genannte Pink Tax im Visier.

Die Bittschrift verlangt, Tampons und andere Hygieneprodukte für Frauen dem reduzierten Mehrwertsteuersatz von 2,5 Prozent zu unterstellen. Dieser Satz gilt für Güter des täglichen Bedarfs. Tampons und Binden werden indes zum Normalsatz von 7,7 Prozent besteuert.

Umfrage geplant

Lanciert hat die Petition die Kampagnen-Organisation Campax, als ersten Schritt zur Abschaffung der Pink Tax, wie sie am Freitag schrieb. Die höhere Mehrwertsteuer respektive höhere Preise träfen Frauen in vielen Lebensbereichen, nicht nur bei Kosmetikprodukten, sondern auch bei Dienstleistungen.

Campax will darum - in einem nächsten Schritt - herausfinden, an welchen «Pink Taxes» sich Frauen am meisten stören, um dann dagegen vorzugehen, wie sie schreibt. Dazu ist eine Umfrage geplant.

Viagra mit reduziertem Satz

Zum reduzierten Mehrwertsteuersatz besteuert würden in der Schweiz Brot, Wasser, Kaviar und auch Viagra, schrieb Campax. Dass der höhere Satz für Damen-Hygieneprodukte gelte, sei «bloody unfair». Sie fordert darum mit der Petition, eine Motion von Nationalrat Jacques-André Maire (SP/NE) zu unterstützen.

Maire verlangt den reduzierten Satz von 2,5 Prozent für Tampons, Binden und Slip-Einlagen. Die Mehrwertsteuer-Gesamteinnahmen von 22 Milliarden Franken würden damit einer Schätzung zufolge um 10 bis 15 Millionen Franken verringert, also um 0,5 Promille, schrieb Maire.

Beim Bundesrat stösst das Anliegen auf offene Ohren: Er beantragt dem Parlament, den Vorstoss anzunehmen. Nun sind der Nationalrat und der Ständerat am Zug.

sep/sda

Diese Inhalte sind für unsere Abonnenten. Sie haben noch keinen Zugang?

Erhalten Sie unlimitierten Zugriff auf alle Inhalte:

  • Exklusive Hintergrundreportagen
  • Regionale News und Berichte
  • Tolle Angebote für Kultur- und Freizeitangebote

Abonnieren Sie jetzt